Solidargemeinschaft, Volksbanken

Solidargemeinschaft der Volksbanken muss 'Effenberg-Bank' helfen

27.03.2024 - 12:33:16

Die angeschlagene Volksbank Bad Salzungen Schmalkalden erhĂ€lt UnterstĂŒtzung aus dem Sicherungsfonds der deutschen Genossenschaftsbanken.

Die Einlagen ihrer Kunden sowie Genossenschaftsanteile seien damit sicher, erklĂ€rte der von der Finanzaufsicht (Bafin) eingesetzte Verwalter Christian Gervais auf einer außerordentlichen Generalversammlung in Erfurt, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Die von den Mitgliedern der Genossenschaftsbank initiierte Versammlung war nicht öffentlich - fast 2300 Mitglieder seien anwesend oder durch Vollmacht reprĂ€sentiert gewesen.

Die Schieflage der kleinen Bank hatte auch außerhalb ThĂŒringens fĂŒr Interesse gesorgt, weil sie mitunter als "Effenberg-Bank" bezeichnet worden war. Der ehemalige Profi-Fußballer Stefan Effenberg soll fĂŒr sie zeitweise beratend tĂ€tig gewesen sein, wenn es um Kredite an Fußballvereine ging.

Die Schieflage der Bank sei durch einen massiven Bedarf an Wertberichtigungen auf Kredite, Immobilien und Beteiligungen entstanden, habe Gervais erklĂ€rt, der Ende 2023 von der Bafin als Sonderbeauftragter mit GeschĂ€ftsleitungsfunktion zu der VR-Bank in SĂŒdthĂŒringen entsandt worden war.

Die Volksbank mit Hauptsitz in Bad Salzungen hatte bis zum Bekanntwerden der Probleme nach eigenen Angaben knapp 51 000 Kunden bei einer Bilanzsumme von rund 1,5 Milliarden Euro. Die Sicherungsfonds der Banken in Deutschland dienen dazu, dass GeldhÀuser in finanziellen Schwierigkeiten Hilfe bekommen, um eine Insolvenz abzuwenden.

In jedem Mitgliedstaat der EuropĂ€ischen Union wird durch nationale Einlagensicherungssysteme garantiert, dass je Bank bis zu 100 000 Euro pro Kunde gesichert sind. Über diesen gesetzlichen Schutz hinaus sichern hierzulande fast alle GeldhĂ€user Spargelder zusĂ€tzlich ab.

Nach Angaben der Volksbank gab es bei der Generalversammlung keine Zustimmung zu einer SatzungsĂ€nderung, nach der Entscheidungen ĂŒber ImmobiliengeschĂ€fte ab einer Höhe von zehn Millionen Euro von der Zustimmung der Generalversammlung abhĂ€ngig gemacht werden sollten. Das hĂ€tte die nötige Sanierung der Bank deutlich erschwert, habe Gervais erklĂ€rt. Er wertete das Treffen als "Schritt hin zur Normalisierung und Zukunftssicherung der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden". GewĂ€hlt wurde ein neuer Aufsichtsrat, der den im Dezember zurĂŒckgetretenen ersetzt.

@ dpa.de