Industrie, Arbeitsmarkt

Stahl-Arbeitgeber warnen vor Einführung von Vier-Tage-Woche

01.10.2023 - 00:03:56 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Arbeitgeber in der Stahlindustrie haben angesichts des Fachkräftemangels und der massiven Herausforderungen für die Branche vor der Einführung der Vier-Tage-Woche gewarnt.

Stahlproduktion - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion - Bild: über dts Nachrichtenagentur

"Wir befinden uns in einer Transformationsphase, wollen bis spätestens 2045 klimaneutral werden", sagte Gerhard Erdmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl, der "Bild am Sonntag". Deshalb brauche die Branche gerade jetzt "mehr Arbeitskraft und nicht weniger".

Außerdem bemühe sich die Stahlindustrie derzeit um Subventionen für die Transformation hin zu einer grünen Stahlproduktion. "Genau in dem Moment, in dem die ersten Bewilligungsbescheide auf dem Tisch liegen, eine Debatte über eine Verbesserung der Work-Life-Balance loszutreten, kann nur nach hinten losgehen", so der Arbeitgebervertreter. Die IG Metall fordert die Vier-Tage-Woche in den anstehenden Tarifverhandlungen. Eine Umsetzung würde die Branche aber vor große Personalprobleme stellen, warnt Erdmann. Um alle Schichten bei einer Vier-Tage-Woche weiter besetzen zu können, müsste "massiv" Personal eingestellt werden. Das sei aufgrund des Fachkräftemangels "schlicht nicht möglich". Die Kosten der IG-Metall-Forderung für die angeschlagene Branche würden sich auf 400 Millionen Euro pro Jahr belaufen. "Die Vier-Tage-Woche ist Gift für die Stahlbranche", so Erdmann weiter. Bei den Menschen ist die Idee einer 4-Tage-Woche hingegen äußerst beliebt. Laut einer Insa-Umfrage für "Bild am Sonntag" sind 53 Prozent für die Einführung einer 4-Tage-Woche und nur 33 Prozent dagegen. Für die "Bild am Sonntag" hat Insa 1.005 Personen am 28. und 29. September befragt. Frage: "Sind Sie (eher) für oder (eher) gegen die Einführung der Vier-Tage Woche?"

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

de | wirtschaft | 64042771 |

Weitere Meldungen

Kretschmer kritisiert Schwerpunkt des Reformpakets Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert den Schwerpunkt des geplanten Reformpakets und wünscht sich eine andere Ansprache der Bundesregierung. (Politik, 14.06.2026 - 09:05) weiterlesen...

Koalitionsabgeordnete fordern mehr Macht des Staats bei KNDS Koalitionsabgeordnete fordern mehr Macht des Staats beim Panzerbauer KNDS, an dem sich der Bund mit 40 Prozent beteiligen will. (Politik, 13.06.2026 - 08:05) weiterlesen...

BDA-Präsident fordert Reformbeschlüsse bis Mitte Juli Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, dringt auf weitreichende Reformbeschlüsse innerhalb der nächsten vier Wochen. (Politik, 13.06.2026 - 06:10) weiterlesen...

Rheinmetall fürchtet Scheitern von Panzerprojekt mit Frankreich Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, schließt nicht aus, dass Frankreich nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeug FCAS auch beim Zukunftspanzer-Projekt MGCS aussteigt."Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Papperger der "Welt am Sonntag". (Sonstige, 13.06.2026 - 01:00) weiterlesen...

GKV-Sparpaket: Schnieder kritisiert Einschnitte für Pharmaindustrie Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) pocht auf Änderungen am geplanten Krankenkassen-Sparpaket.Er habe die Sorge, dass Einschnitte bei der Pharmaindustrie zu weniger Forschung in Deutschland führen könnten, sagte der CDU-Politiker dem "Interview der Woche" der ARD. (Sonstige, 12.06.2026 - 16:18) weiterlesen...

Regierung räumt herausfordernde Lage für Stahlindustrie ein Die Bundesregierung hat mit Verständnis auf den Protestzug von Stahlarbeitern reagiert, der am Freitag vor das Wirtschaftsministerium gezogen ist.Die Stahlindustrie sei eine zentrale Grundstoffindustrie und habe eine wichtige Rolle für vollständige Wertschöpfungsketten in Europa, sagte ein Sprecher des Ministeriums der dts Nachrichtenagentur. (Politik, 12.06.2026 - 12:37) weiterlesen...