Sozialministerkonferenz, Verfahren

Sozialministerkonferenz setzt auf vereinfachte Verfahren

05.12.2024 - 15:09:33

Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz der LĂ€nder will die Verfahren in den Sozialverwaltungen deutlich vereinfachen.

"Es ist mehr als deutlich, dass unser heutiges System der Sozialleistungen das Ergebnis ist einer ĂŒber hundertjĂ€hrigen Entwicklung", sagte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) zum Abschluss der 101. Arbeits- und Sozialministerkonferenz in der Hansestadt. Denn dabei sei eine Vielzahl an LeistungstrĂ€gern und institutionellen ZustĂ€ndigkeiten entwickelt worden, "die fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nicht in jeder Situation durchschaubar sind".

Zukunftsinitiative soll Leistungsrecht ĂŒberarbeiten

Eine Zukunftsinitiative soll deshalb das Leistungsrecht bis zum kommenden Jahr ĂŒberarbeiten, "sodass dann eine neue Bundesregierung auch tatsĂ€chlich gesetzgeberisch tĂ€tig werden kann", sagte Schlotzhauer. Die Initiative werde von Hamburg geleitet im Verbund mit Nordrhein-Westfalen als Vertreter der CDU-gefĂŒhrten LĂ€nder sowie Bayern als Vorsitzland der Arbeits- und Sozialministerkonferenz im kommenden Jahr. Die Arbeitsgruppe sei auch fĂŒr andere LĂ€nder offen.

"Die Menschen in unserem Land erwarten zu Recht eine leistungsfĂ€hige Sozialverwaltung, in der die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ihre Rechte unkompliziert in Anspruch nehmen und durchsetzen können, sei es bei der Grundsicherung, beim Blindengeld oder den KinderzuschlĂ€gen", betonte Schlotzhauer. Dazu mĂŒsse der Sozialstaat zugĂ€nglicher, transparenter und verstĂ€ndlicher werden - auch um den sozialen Frieden zu wahren.

Laumann: Pflegeversicherung muss grundlegend reformiert werden

Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprach sich auch fĂŒr eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung aus. Gleichzeitig wies er auf die immer schwieriger werdende Lage am Arbeitsmarkt hin, vor allem in der Industrie.

Bayerns Arbeits- und Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) warnte, "je schwieriger die wirtschaftliche Lage, umso schwieriger wird es auch fĂŒr den Sozialstaat". Scharf möchte deshalb als Konferenzvorsitzende im kommenden Jahr eine Neuausrichtung der Arbeits- und Sozialpolitik auf die Tagesordnung setzen. Unter anderem mĂŒsse das BĂŒrgergeld nicht nur einen anderen Namen bekommen, sondern komplett neu gedacht werden.

@ dpa.de