Wahl, ParlamentsprÀsidenten

Wahl des ParlamentsprÀsidenten in Portugal gescheitert

27.03.2024 - 06:16:33

Die auch im dritten Anlauf gescheiterte Wahl des ParlamentsprÀsidenten hat in Portugal tiefe politische GrÀben in der am 10.

MĂ€rz neu gewĂ€hlten "Assembleia da RepĂșblica" offenbart. Bei der konstituierenden Sitzung in Lissabon verpassten alle Kandidaten am Dienstag auch in der dritten und vorerst letzten Abstimmungsrunde kurz vor Mitternacht die nötige absolute Mehrheit von 116 Stimmen um LĂ€ngen. Am Mittwoch kommen die Abgeordneten erneut zusammen, um einen weiteren Versuch zu unternehmen. Dann dĂŒrfen die Parteien auch neue Kandidaten ernennen.

Der erste Versammlungstag machte deutlich, dass der neue MinisterprĂ€sident des sĂŒdwesteuropĂ€ischen Landes, LuĂ­s Montenegro vom konservativen BĂŒndnis Demokratische Allianz (AD), vor einer schwierigen Amtszeit steht. Sein Kandidat fĂŒr das Amt des ParlamentsprĂ€sidenten, JosĂ© Pedro Aguiar-Branco, belegte in der dritten Abstimmung mit 88 Stimmen nur Platz zwei hinter Francisco Assis von der Sozialistischen Partei PS (90).

Montenegro war vorige Woche von PrĂ€sident Marcelo Rebelo de Sousa zum Regierungschef ernannt worden. Sein BĂŒndnis hatte bei der vorgezogenen Wahl am 10. MĂ€rz die meisten Stimmen erhalten und die seit acht Jahren regierenden Sozialisten knapp ĂŒbertrumpft, eine eigene Parlamentsmehrheit jedoch klar verfehlt. Montenegro will sein Kabinett am Donnerstag vorstellen. Der offizielle Amtsantritt der neuen Regierung ist fĂŒr 2. April geplant.

Im neuen Parlament stellt die AD 80 der insgesamt 230 Abgeordneten. Die PS bĂŒĂŸte 42 ihrer bisherigen Sitze ein und stellt nur noch 78 Abgeordnete. Als großer Sieger der Wahl gilt die rechtspopulistische Partei Chega (Es reicht) von AndrĂ© Ventura, die von Montenegro und anderen Kritikern als auslĂ€nderfeindlich und rassistisch eingestuft wird. Sie konnte die Zahl ihrer Mandate mehr als vervierfachen - von bisher 12 auf ĂŒber 50 Sitze.

Da eine "große Koalition" zwischen Konservativen und Sozialisten in Portugal als ausgeschlossen gilt und Montenegro eine Zusammenarbeit mit Chega ablehnt, dĂŒrfte das Regieren fĂŒr den 51-JĂ€hrigen sehr schwierig werden. Sollte er bei der Parlamentsabstimmung ĂŒber sein Regierungsprogramm keine Mehrheit bekommen, wĂŒrde eine weitere Neuwahl wahrscheinlicher.

@ dpa.de