Arbeitsrechtler, GDL-Streik

Arbeitsrechtler: GDL-Streik verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig

22.01.2024 - 14:31:43

Die Bahn und ihre FahrgĂ€ste können nach EinschĂ€tzung von Arbeitsrechtsexperten wohl nicht darauf hoffen, dass Gerichte den sechstĂ€gigen Streik der LokfĂŒhrergewerkschaft GDL untersagen.

Zwar seien Streiks nur zulĂ€ssig, wenn sie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig seien, allerdings rĂ€ume das Bundesarbeitsgericht den Gewerkschaften einen weiten Spielraum ein, sagte Gregor ThĂŒsing, Direktor des Instituts fĂŒr Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit der UniversitĂ€t Bonn, dem "Tagesspiegel". "Praktisch lĂ€uft das regelmĂ€ĂŸig darauf hinaus, dass Streiks dann verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sind, wenn die Gewerkschaften sagen, dass sie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sind", so der Professor fĂŒr Arbeitsrecht. Auch dass die GDL streikt, ohne zuvor mit der Bahn ĂŒber ihr neues Angebot zu verhandeln, dĂŒrfte von der Rechtsprechung akzeptiert werden. Zwar sei der Streik das letzte Mittel, aber auch hier seien die Gerichte sehr großzĂŒgig, sagte Felix Hartmann, Professor fĂŒr Arbeitsrecht an der Freien UniversitĂ€t Berlin.

"Wenn die GDL davon ausgeht, ihre Forderungen nur mit einem Streik durchsetzen zu können, wird das letztlich nicht hinterfragt." FĂŒr die Bevölkerung gehe der lange Streik jedoch an die Grenze dessen, was man der Allgemeinheit zumuten kann, kritisiert ThĂŒsing. "FĂŒr viele ist die Grenze schon ĂŒberschritten", sagte er. Dass ein Arbeitsgericht im Wege einer einstweiligen VerfĂŒgung den Streik untersagen wird, sei jedoch zweifelhaft. "Solange es eine Notdienstvereinbarung und eine Basisversorgung gibt, kann es den Streik fĂŒr zulĂ€ssig erklĂ€ren."

@ dts-nachrichtenagentur.de