UN-Bericht: Wirtschaft im Gazastreifen liegt in TrĂŒmmern
12.09.2024 - 15:38:50Die Folgen seien wachsende Arbeitslosigkeit und Armut. Die israelischen Angriffe sind eine Reaktion auf die TerroranschlÀge am 7. Oktober.
Im Gazastreifen sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im letzten Quartal 2023 um 81 Prozent eingebrochen. Das entspreche einem RĂŒckgang von 22 Prozent fĂŒr das Gesamtjahr. "Die Wirtschaft liegt in Ruinen", berichtet die UN-Konferenz fĂŒr Handel und Entwicklung (Unctad) in Genf. In diesem Sommer sei das BIP nur noch ein Sechstel so groĂ gewesen wie 2022.
Auch im Westjordanland hÀtten Spannungen, Landbesetzung und Gewalt durch israelische Siedler und die Zerstörung palÀstinensischer Anlagen verheerende wirtschaftliche Folgen.
Der Bericht befasst sich mit dem Gazastreifen und dem Westjordanland, einschlieĂlich Ostjerusalem. FĂŒr die Vereinten Nationen gilt auch der Gazastreifen als besetztes Gebiet, weil Israel alle ZugĂ€nge kontrolliert. Israel sieht sich seit dem Abzug von MilitĂ€r und Zivilisten 2005 aus dem Gazastreifen dort nicht mehr als Besatzungsmacht.
Agrarsektor weitgehend zerstört
Im Gazastreifen seien 80 bis 96 Prozent der Landwirtschaft zerstört oder nicht mehr nutzbar, darunter BewÀsserungssysteme, Viehzuchtbetriebe, Plantagen, LagerhÀuser und Maschinen. 82 Prozent der Privatunternehmen seien zerstört oder beschÀdigt. Zweidrittel der ArbeitsplÀtze - 201.000 seien weggefallen.
Im Westjordanland hĂ€tten 96 Prozent der Unternehmen schlechtere GeschĂ€fte gemeldet. 306.000 ArbeitsplĂ€tze seien verloren gegangen. Damit hĂ€tten Familien 25,5 Millionen Dollar (23 Mio Euro) Einkommen verloren und Armut breite sich aus. Das BIP sei im 4. Quartal um 19 Prozent eingebrochen, um Gesamtjahr betrug der RĂŒckgang nach einer vielversprechenden Entwicklung vor dem 7. Oktober 1,9 Prozent.
Unctad prangert Besatzung an
"Die Unctad betont, dass die anhaltende Besatzung das Haupthindernis fĂŒr eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bleibt", teilte die Organisation mit. Die 1964 in Genf gegrĂŒndete Unctad setzt sich in den Vereinten Nationen besonders fĂŒr die Belange der LĂ€nder mit kleinen und mittleren Einkommen ein. Sie hat 195 MitgliedslĂ€nder.

