FachkrÀfte, FachkrÀftemangel

In Ostdeutschland fehlen bald Hunderttausende ArbeitskrÀfte

29.09.2023 - 11:19:58

Die Bevölkerung in Deutschland altert, Firmen sind auf ArbeitskrÀfte aus dem Ausland angewiesen. In manchen Regionen ist die Lage nach Ansicht von Experten deutlich angespannter.

Vor allem in Ostdeutschland werden nach EinschÀtzung von Bevölkerungsforschern in den nÀchsten Jahren und Jahrzehnten die ArbeitskrÀfte knapp. Trotz Zuwanderung sei dort mit einer erheblichen Abnahme der Zahl der Menschen im Erwerbsalter zu rechnen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

«Die gegenwĂ€rtige Altersstruktur in Ostdeutschland ist noch immer durch den Geburteneinbruch nach der Deutschen Vereinigung und die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig starke Abwanderung der letzten Jahrzehnte geprĂ€gt», erklĂ€rte Bettina Sommer, Expertin fĂŒr Bevölkerungsentwicklung bei der Wiesbadener Behörde. «Selbst bei vergleichsweise hoher Zuwanderung, wie wir sie aktuell beobachten, können die damit verbundenen Verluste im Hinblick auf die kĂŒnftige Entwicklung der Bevölkerung im Erwerbsalter nicht kompensiert werden.»

Zum Jahresende 2022 lebten nach Angaben des Bundesamtes 51,4 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren in Deutschland, davon 7,2 Millionen in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern. In den nĂ€chsten 20 Jahren werde deren Zahl in Ostdeutschland um mindestens 560.000 (minus 8 Prozent) bis 1,2 Millionen Menschen (minus 16 Prozent) zurĂŒckgehen. «Bis zum Jahr 2070 ist hier mit einem RĂŒckgang um mindestens 830.000 Menschen und maximal um 2,1 Millionen Personen in dieser Altersgruppe zu rechnen», teilte das Bundesamt auf Basis einer Bevölkerungsvorausberechnung mit.

Zuwanderung aus dem Ausland notwendig

Wie stark der RĂŒckgang in Ostdeutschland tatsĂ€chlich ausfalle, hĂ€nge vor allem davon ab, wie viele ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland zuwanderten. In Westdeutschland erwarten die Forscher hingegen einen vergleichsweise geringen RĂŒckgang der Zahl der ErwerbsfĂ€higen bis 2043 um 680 000 oder zwei Prozent. Ein Grund: Wenn Menschen aus dem Ausland nach Deutschland zuwandern, dann grĂ¶ĂŸtenteils in die westdeutschen BundeslĂ€nder.

Ein langjĂ€hriger Trend jedoch hat sich vor einigen Jahren umgekehrt: Seit 2017 ziehen nach Angaben des Bundesamtes durchgĂ€ngig mehr Menschen von Westdeutschland in die ostdeutschen LĂ€nder als umgekehrt. Überwiegend seien dies Menschen im Erwerbsalter. Im Jahr 2022 waren demnach gut drei Viertel (77 Prozent) der aus dem Westen in den Osten Zugezogenen 18 bis 64 Jahre alt, ein Drittel (33 Prozent) gehörte zur Altersgruppe der 18- bis 29-JĂ€hrigen.

@ dpa.de