Sparkassen, Gewinnplus

Sparkassen wollen nach Gewinnplus investieren

18.03.2025 - 11:45:44

Die Bilanz des GeschÀftsjahres 2024 fÀllt besser aus als erwartet. Nun wollen die Sparkassen die Wirtschaft ankurbeln. Investiert werden soll auch in die eigene Zukunft.

  • «Kredithahn bei den Sparkassen bleibt offen.» (Archivbild) - Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Mehr Kredite, mehr Einlagen: Sparkassen berichten von «ordentlichem» GeschĂ€ftsjahr 2024. (Archivbild) - Foto: Arne BĂ€nsch/dpa

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«Kredithahn bei den Sparkassen bleibt offen.» (Archivbild) - Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpaMehr Kredite, mehr Einlagen: Sparkassen berichten von «ordentlichem» GeschÀftsjahr 2024. (Archivbild) - Foto: Arne BÀnsch/dpa

Gewinnsteigerung statt GewinnrĂŒckgang: Deutschlands Sparkassen haben 2024 besser abgeschnitten als erwartet und bieten sich als Finanzierer fĂŒr einen Wirtschaftsaufschwung an. «Der Kredithahn bei den Sparkassen ist offen. Und er bleibt auch offen», sagte der PrĂ€sident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Ulrich Reuter, in Frankfurt. «Die Kunden wollen investieren – und die Sparkassen können helfen. Was noch fehlt, ist eine InitialzĂŒndung. Und die muss von der Politik kommen.»

Auch die Sparkassen selbst wollen investieren und in den nĂ€chsten zehn Jahren jĂ€hrlich etwa 12.000 neue Mitarbeiter einstellen. «Sparkassen haben im vergangenen Jahr 11.000 neue Mitarbeitende eingestellt. Das sind netto 2.500 ArbeitsplĂ€tze mehr. Und das in einer Zeit, in der andere Stellen abbauen – auch Mitbewerber in der Kreditwirtschaft», bilanzierte Reuter. Insgesamt arbeiten bei den Sparkassen in Deutschland nach DSGV-Angaben 193.584 Menschen.

Vor Steuern verdienten die 343 (Vorjahr: 353) öffentlich-rechtlichen Institute im vergangenen Jahr mit 7,3 Milliarden Euro 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich steht fĂŒr 2024 den vorlĂ€ufigen Zahlen zufolge ein um 3,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegener Überschuss.

Im laufenden Jahr rechnet Reuter mit einem relativ stabilen Ergebnis bei den Sparkassen: «Wir erwarten eine leichte AbschwÀchung, weil wir nicht glauben, dass die Kreditnachfrage in diesem Jahr schon deutlich anspringt.» Das werde eher 2026 der Fall sein.

«Vorsichtige AufwÀrtstendenz» im Wohnungsbau

Im vergangenen Jahr sagten die Sparkassen neue Kredite im Volumen von 143 Milliarden Euro zu - ein Plus von 10,7 Prozent zum Vorjahr. Eine «vorsichtige AufwĂ€rtstendenz» sieht Reuter im Wohnungsbau: 45,5 Milliarden Euro an neuen Krediten sagten die Institute fĂŒr den privaten Wohnungsbau zu. Das waren etwa 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, allerdings von niedrigem Niveau aus.

FĂŒr mögliche KreditausfĂ€lle legten die Sparkassen 2,3 Milliarden Euro zurĂŒck. Trotz steigender Pleitezahlen in einigen Sektoren erwarte der Verband keine Insolvenzwelle - «wenn jetzt die richtigen politischen Weichen hin zu Entlastungen von bĂŒrokratischen Auflagen, kalkulierbaren Energiekosten und mehr WettbewerbsfĂ€higkeit gestellt werden», wie Reuter ausfĂŒhrte.

ZinsĂŒberschuss steigt trotz höherer Zinszahlungen

Gut 1.182 Milliarden Euro und damit drei Prozent mehr als vor Jahresfrist hatten Kundinnen und Kunden Ende 2024 auf Sparkassenkonten. Zwei Drittel davon liegen auf Giro- und Tagesgeldkonten, wo das Geld bei Bedarf schnell umgeschichtet werden kann. 

Dass solche Gelder oft mickrig oder gar nicht verzinst werden, sorgt regelmĂ€ĂŸig fĂŒr Kritik an der GeschĂ€ftspolitik der Sparkassen. 2024 zahlten die Institute nach DSGV-Angaben zwar 5,2 Milliarden Euro mehr Zinsen als ein Jahr zuvor. In Summe jedoch profitierten die Sparkassen vom Zinsumfeld: Ihr ZinsĂŒberschuss legte um 1,1 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro zu.

@ dpa.de