ROUNDUPIAB-Studie, Tarifflucht

Tarifflucht der Betriebe setzt sich fort

30.05.2025 - 15:48:26 | dpa.de

Die Bindung an Tarife verliert in den Unternehmen in Deutschland immer mehr an Bedeutung.

Nur noch weniger als die HĂ€lfte aller BeschĂ€ftigten arbeiten in Betrieben, die entweder einem Branchen- oder einem Haustarifvertrag des jeweiligen Unternehmens unterliegen, ermittelte das NĂŒrnberger Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in seinem Betriebspanel.

41 Prozent aller BeschĂ€ftigten sind demnach in Unternehmen tĂ€tig, die einem Branchentarifvertrag angehören. Das sind 26 Prozentpunkte weniger als 1996. FĂŒr acht Prozent der BeschĂ€ftigten gelten HaustarifvertrĂ€ge. In Ostdeutschland ist die Tarifbindung weit weniger verbreitet als im Westen.

Vor allem Privatwirtschaft

"Die sinkende Tarifbindung ist weitestgehend auf den RĂŒckgang der Branchentarifbindung in der Privatwirtschaft zurĂŒckzufĂŒhren, denn im öffentlichen Sektor blieb diese weitgehend stabil", sagte IAB-Forscherin Susanne Kohaut.

Fast die HĂ€lfte aller BeschĂ€ftigten in der Privatwirtschaft (48 Prozent) arbeiteten in Betrieben, die weder tarifgebunden sind, noch ĂŒber einen gesetzlich verankerten Betriebsrat verfĂŒgten. "Betriebe mit Betriebsrat weisen im Durchschnitt eine höhere ProduktivitĂ€t auf, haben weniger Personalfluktuation und bieten höhere Löhne sowie mehr ArbeitszeitflexibilitĂ€t", betonte IAB-Forscher Christian Hohendanner. FĂŒr das IAB-Betriebspanel werden jĂ€hrlich rund 15.500 Betriebe befragt.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) wies daraufhin, dass neben den tarifgebundenen Unternehmen weitere 25 Prozent der BeschÀftigten bei Unternehmen tÀtig seien, die ihre Bedingungen etwa hinsichtlich Arbeitszeit und Bezahlung an die FlÀchentarife anlehnten. .

"Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir zum Erhalt der AttraktivitĂ€t einfachere und flexiblere TarifvertrĂ€ge brauchen. Im Tarifbereich ist es notwendig und ĂŒberfĂ€llig, mit Öffnungsklauseln und dauerhaften variablen Elementen den FlĂ€chentarifvertrag fĂŒr Firmen mit differenzierten Belangen attraktiver zu machen", sagte vbw-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Brossardt.

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