SparplĂ€ne im Bund: Bundesagentur fĂŒr Arbeit soll Milliarden einsparen
14.12.2023 - 17:57:22Nach Informationen aus Regierungskreisen erwarte die Bundesregierung von der Behörde einen Sparbeitrag in Höhe von 1,5 Milliarden Euro fĂŒr 2024 und 2025 sowie von jeweils 1,1 Milliarden Euro fĂŒr die folgenden beiden Jahre, teilten die Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Bundesagentur, Anja Piel und Christina Ramb, am Donnerstag in NĂŒrnberg mit. Damit sollten ZuschĂŒsse des Bundes aus der Corona-Zeit zurĂŒckgezahlt werden. "Dies schmĂ€lert deutlich die Möglichkeit, eine auskömmliche RĂŒcklage wieder aufzubauen", heiĂt es in der Mitteilung.
"Die Bundesagentur fĂŒr Arbeit ist mit ihren Leistungen ein wichtiger Sicherheitsanker des Sozialstaats. Gerade in der Corona-Krise hat sie GroĂes geleistet: fĂŒr die StabilitĂ€t der gesamten Gesellschaft und fĂŒr die LebensentwĂŒrfe und Erwerbsbiographien einzelner Menschen", betonte Anja Piel, die im Verwaltungsrat die Arbeitnehmerseite vertritt. Wenn die Ampel-Koalition jetzt den Rotstift ansetze und BundeszuschĂŒsse aus der Zeit der Pandemie zurĂŒckfordere, breche sie ein gegebenes Versprechen. "Der Bundesagentur fĂŒr Arbeit Geld wegnehmen, ist nicht Sparen, sondern das Verschieben von Problemen in die Zukunft."
Die Bundesagentur, die sich vor allem aus Beitragen der Arbeitslosenversicherung finanziert, hatte ĂŒber Jahre eine RĂŒcklage von rund 26 Milliarden Euro aufgebaut, diese aber wegen hoher Aufwendungen unter anderem fĂŒr Kurzarbeitergeld nicht nur komplett aufgebraucht, sondern zusĂ€tzlich noch ZuschĂŒsse vom Bund in Anspruch nehmen mĂŒssen. Nach der Normalisierung der Lage hatte die Agentur von 2024 an wieder anfangen wollen, RĂŒcklagen zu bilden, um fĂŒr neue Krisen gewappnet zu sein.
"Beitragsmittel der Arbeitslosenversicherung sind kein Sparbuch", sagte Ramb, die auch in der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung der Bundesvereinigung der ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA) sitzt. "Die Bundesregierung kann nicht auf die Beitragskasse nach Belieben zugreifen." Der Bundeszuschuss an die Bundesagentur fĂŒr Arbeit sei notwendig gewesen, um die finanziellen Belastungen fĂŒr die Gesellschaft infolge der Corona Pandemie abzufedern.

