Bundesbank schraubt Erwartungen zurĂŒck - Inflation bleibt Thema
15.12.2023 - 08:30:00 | dts-nachrichtenagentur.deDie deutsche Wirtschaft erhole sich zwar in den kommenden Jahren, allerdings verzögere sich die Wirtschaftserholung etwas, heiĂt es dazu von der Bundesbank. GegenwĂ€rtig bremse vor allem noch die schwache Auslandsnachfrage die Industrie, zudem zeige sich der private Konsum "zögerlich" und die höheren Finanzierungskosten dĂ€mpften die Investitionen. "Ab Beginn des Jahres 2024 dĂŒrfte die deutsche Wirtschaft wieder auf einen Expansionspfad einschwenken und nach und nach Fahrt aufnehmen", sagte BundesbankprĂ€sident Joachim Nagel. Die Teuerungsrate wird sich laut der Prognose 2024 im Vergleich zu diesem Jahr mehr als halbieren. "Die Inflation in Deutschland ist auf dem RĂŒckzug, aber fĂŒr eine Entwarnung ist es noch zu frĂŒh", schrĂ€nkte Nagel zugleich ein. Die deutsche Wirtschaft profitiere vor allem von zwei Faktoren: Infolge wieder expandierender auslĂ€ndischer AbsatzmĂ€rkte stiegen die Exporte, und aufgrund des stabilen Arbeitsmarktes, krĂ€ftig steigender Löhne und rĂŒcklĂ€ufiger Inflation gĂ€ben die privaten Haushalte wieder mehr Geld fĂŒr den Konsum aus, so die Erwartung der Bundesbank. "Die realen Einkommen der privaten Haushalte erhöhen sich deutlich", sagte Nagel. Die privaten Investitionen sinken dagegen laut Prognose und liefern erst ab 2026 wieder moderate Impulse. Die Teuerungsrate auf Grundlage des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) soll 2023 auf jahresdurchschnittlich 6,1 Prozent zurĂŒckgehen und kommendes Jahr weiter auf 2,7 Prozent fallen. Die Teuerung von Energie lasse stark nach und sei auch bei Nahrungsmitteln deutlich rĂŒcklĂ€ufig. Die Kernrate der Inflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) erreicht erst in diesem Jahr mit 5,1 Prozent ihren Höhepunkt, im kommenden Jahr geht sie nach Hoffnung der Bundesbank deutlich auf 3 Prozent zurĂŒck. "Dann stellen LieferengpĂ€sse kein so groĂes Problem mehr dar, und die Gewinnmargen normalisieren sich", heiĂt es in der Prognose. "Die geldpolitische Straffung entfaltet zunehmend ihre Wirkung", sagte Nagel. Am Ende des Projektionszeitraums - im Jahr 2026 - gehe die Gesamtinflationsrate auf 2,2 Prozent zurĂŒck, hofft er. Sie bleibe damit im lĂ€ngerfristigen Vergleich ĂŒberdurchschnittlich hoch. Die Staatsfinanzen profitieren den Bundesbank-Fachleuten zufolge davon, dass temporĂ€re StĂŒtzungsmaĂnahmen allmĂ€hlich enden. Dies sei in diesem und dem kommenden Jahr gewichtiger als steigende Aufwendungen etwa fĂŒr Verteidigung und Renten. Daher sinkt die Defizitquote im Jahr 2023 auf 2 Prozent und im Jahr 2024 weiter auf 1,3 Prozent, so die Bundesbank-Prognose. In den Folgejahren bleibt sie unverĂ€ndert, die Schuldenquote sinkt bis Ende 2026 auf etwas ĂŒber 60 Prozent.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

