LĂ€nder fordern Kompensation fĂŒr Entlastungspaket
05.06.2025 - 10:12:58LÀnder und Kommunen könnten die enorme Belastung nicht ohne einen Ausgleich schultern, betonten MinisterprÀsidenten mehrerer LÀnder vor Beginn einer Konferenz in Berlin. Wenn man den Kommunen mit ihren oft defizitÀren Haushalten noch mehr Geld wegnehme, "dann hat der ganze Booster keine Wirkung", warnte die MinisterprÀsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig.
Das Entlastungspaket enthĂ€lt vor allem bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Unternehmen, die Maschinen, GerĂ€te und Elektroautos anschaffen. Ab 2028 soll dann die Körperschaftsteuer sinken. Beides fĂŒhrt zu EinnahmeausfĂ€llen, die ĂŒberproportional stark von den Kommunen getragen werden.
Schweitzer: "Wer bestellt, bezahlt"
"Es ist völlig klar, dass die 48 Milliarden Euro Entlastung fĂŒr die Wirtschaft - die richtig sind - nicht nur ein Drittel der Bund finanziert und zwei Drittel LĂ€nder und Kommunen", sagte Schwesig. Der Regierungschef von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD), betonte: "Wir haben im Koalitionsvertrag festgelegt: Wer bestellt, bezahlt." Da könne man auch nicht gegenrechnen, dass die LĂ€nder 100 Milliarden Euro aus dem schuldenfinanzierten Sondertopf fĂŒr die Infrastruktur und neue Verschuldungsmöglichkeiten bekĂ€men.
Söder: Nicht um jeden Euro feilschen
Der Regierungschef des wirtschaftsstarken und vergleichsweise reichen Bayern, Markus Söder (CSU), dagegen appellierte an seine Kollegen, das Paket mitzubeschlieĂen und keine zusĂ€tzlichen Haushaltsverhandlungen zu fĂŒhren. Auf Dauer seien die Entlastungen gut fĂŒr den Wirtschaftsstandort und generierten mehr Steuereinnahmen- da dĂŒrfe man nicht um jeden Euro feilschen. AuĂerdem hĂ€tten sichdie finanziellen Möglichkeiten der LĂ€nder durch die 100 Milliarden aus dem Infrastrukturtopf und die neuen Verschuldungsmöglichkeiten dramatisch verbessert. Nun mĂŒssten auch die LĂ€nder in der Gesamtverantwortung fĂŒr Deutschland stehen.
Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) forderte ein grundlegendes Umdenken - "nicht nur fĂŒr dieses eine Gesetz". Bundesgesetze entwickelten sich oft zu groĂen Belastungen fĂŒr die Kommunen. Das finanzielle VerhĂ€ltnis zwischen LĂ€ndern und Bund mĂŒsse grundlegend geklĂ€rt werden.

