ROUNDUP, LĂ€nder

LĂ€nder fordern Kompensation fĂŒr Entlastungspaket

05.06.2025 - 11:33:05

Die BundeslĂ€nder fordern vom Bund Kompensation fĂŒr SteuerausfĂ€lle wegen des Entlastungspakets fĂŒr die Wirtschaft.

LÀnder und Kommunen könnten die enorme Belastung nicht ohne einen Ausgleich schultern, betonten MinisterprÀsidenten mehrerer LÀnder vor Beginn einer Konferenz in Berlin. Die CDU-Regierungschefs gingen sogar noch weiter: In einem Brief an Kanzler Friedrich Merz (CDU) fordern sie eine grundsÀtzliche Neuregelung der Bund-LÀnder-Finanzen nach dem Prinzip: Wer bestellt, bezahlt.

Auslöser der Debatte ist das geplante Entlastungspaket mit besseren steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Unternehmen, die Maschinen, GerĂ€te und Elektroautos anschaffen. Ab 2028 soll zudem die Körperschaftsteuer sinken. Beides fĂŒhrt zu EinnahmeausfĂ€llen, die ĂŒberproportional stark von den Kommunen getragen werden.

Schwesig: Booster droht zu verpuffen

Wenn man den StĂ€dten und Gemeinden mit ihren oft defizitĂ€ren Haushalten noch mehr Geld wegnehme, "dann hat der ganze Booster keine Wirkung", warnte die MinisterprĂ€sidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD). "Es ist völlig klar, dass die 48 Milliarden Euro Entlastung fĂŒr die Wirtschaft - die richtig sind - nicht nur ein Drittel der Bund finanziert und zwei Drittel LĂ€nder und Kommunen", sagte sie.

Der Regierungschef von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD), betonte: "Wir haben im Koalitionsvertrag festgelegt: Wer bestellt, bezahlt." Da könne man auch nicht gegenrechnen, dass die LĂ€nder 100 Milliarden Euro aus dem schuldenfinanzierten Sondertopf fĂŒr die Infrastruktur und neue Verschuldungsmöglichkeiten bekĂ€men.

Söder: Nicht um jeden Euro feilschen

Der Regierungschef des wirtschaftsstarken und vergleichsweise reichen Bayern, Markus Söder (CSU), dagegen appellierte an seine Kollegen, das Paket mitzubeschließen und keine zusĂ€tzlichen Haushaltsverhandlungen zu fĂŒhren. Auf Dauer seien die Entlastungen gut fĂŒr den Wirtschaftsstandort und generierten mehr Steuereinnahmen - da dĂŒrfe man nicht um jeden Euro feilschen. Außerdem hĂ€tten sich die finanziellen Möglichkeiten der LĂ€nder durch die 100 Milliarden aus dem Infrastrukturtopf und die neuen Verschuldungsmöglichkeiten dramatisch verbessert. Nun mĂŒssten auch die LĂ€nder in der Gesamtverantwortung fĂŒr Deutschland stehen.

Brief an Merz

Die MinisterprĂ€sidenten der CDU dagegen fordern in einem Brief an Merz ein grundsĂ€tzliches Umdenken bei den Finanzbeziehungen - "nicht nur fĂŒr dieses eine Gesetz", wie Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) erlĂ€uterte.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es: "Das Ziel ist ein regelgebundener, dauerhafter und ĂŒberprĂŒfbarer Mechanismus, der den finanziellen Ausgleich zugunsten der LĂ€nder schafft, wenn Bundesgesetze zu Mehrausgaben oder Mindereinnahmen der LĂ€nder und Kommunen fĂŒhren."

Zur Kompensation sollten die LĂ€nder einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer bekommen, schlagen die CDU-MinisterprĂ€sidenten vor. DafĂŒr solle die Bundesregierung bei GesetzentwĂŒrfen besser als bisher berechnen, welche finanziellen Folgen sich fĂŒr LĂ€nder und Kommunen ergeben - und dann automatisch die Umsatzsteuerverteilung anpassen.

Unterzeichnet wurde der Brief von Kretschmer, Kai Wegner (Berlin), Boris Rhein (Hessen), Hendrik WĂŒst (Nordrhein-Westfalen), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Daniel GĂŒnther (Schleswig-Holstein) und Mario Voigt (ThĂŒringen). Söder gehört demnach nicht dazu.

@ dpa.de