Regierung, Grenzkontrollen

Regierung: Grenzkontrollen belasten VerhÀltnis zu Nachbarn nicht

11.09.2024 - 15:07:46

Die Bundesregierung rechnet wegen der ab Montag angeordneten zusÀtzlichen Grenzkontrollen nicht mit Problemen im VerhÀltnis zu den betroffenen Nachbarstaaten.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, betonte in Berlin, "dass wir natĂŒrlich mit allen europĂ€ischen Partnern in ganz engem Kontakt stehen". Die Nachbarstaaten seien vor der Anordnung der weiteren Binnengrenzkontrollen informiert worden.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat angeordnet, dass es ab Montag an allen Landgrenzen stationĂ€re Kontrollen geben soll. Das betrifft Frankreich, DĂ€nemark, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. An den Grenzen zu Österreich, Polen, Tschechien und der Schweiz gibt es solche Kontrollen bereits. Sie sind im Schengen-Raum eigentlich nicht vorgesehen.

Bayern ĂŒberrascht von Vorschlag des Bundesinnenministeriums

Ampel-Politiker, LĂ€ndervertreter und Abgeordnete der Union hatten sich am Dienstag zu einem GesprĂ€ch ĂŒber Grenzkontrollen und ZurĂŒckweisungen an den Grenzen getroffen. Dabei hatte die Bundesinnenministerin ein Modell vorgestellt, wie die RĂŒckĂŒberstellungen von Asylsuchenden in andere, fĂŒr ihre Verfahren zustĂ€ndige EU-Staaten nach den sogenannten Dublin-Regeln beschleunigt werden könnten. DafĂŒr mĂŒssten die BundeslĂ€nder die Voraussetzungen schaffen, etwa GewahrsamplĂ€tze bereitstellen.

Das bayerische Innenministerium wollte sich zu diesen PlĂ€nen zunĂ€chst nicht Ă€ußern, da ihm diese nach Angaben einer Sprecherin "bislang nur aus den Medien beziehungsweise vom Hörensagen bekannt" sind.

Union erklĂ€rte GesprĂ€che fĂŒr gescheitert

Die Union hatte den Dialog am Dienstag fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Zur BegrĂŒndung hieß es, die Bundesregierung wolle nicht auf ihre VorschlĂ€ge fĂŒr umfassende ZurĂŒckweisungen an den deutschen Grenzen eingehen. Aktuell werden AuslĂ€nder dort nicht zurĂŒckgewiesen, wenn sie ein Asylgesuch vorbringen und keine Einreisesperre gegen sie verhĂ€ngt wurde.

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian DĂŒrr, sagte, man habe bei dem GesprĂ€ch angeboten, "das Modell der Union, das einfache ZurĂŒckweisungen vorsieht, an bestimmten Grenzpunkten einzufĂŒhren". Dennoch habe die Union die GesprĂ€che verlassen.

Einer der Teilnehmer des Treffens, der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), wies den Vorwurf zurĂŒck. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) "wollte zum Schluss noch eine Finte legen, indem er vereinzelt zu Frankreich auch Dublin-FĂ€lle zurĂŒckweisen wollte, um zu sehen, wie die Gerichte darauf reagieren".

Dies hĂ€tte aber nicht den von der Union angestrebten "Dominoeffekt" zur Folge, dass bei flĂ€chendeckenden ZurĂŒckweisungen durch Deutschland die anderen EU-LĂ€nder ihrerseits ihre Grenzen besser schĂŒtzen wĂŒrden, sagte Throm.

@ dpa.de