Chinas, Exporte

Chinas Exporte steigen schneller als erwartet

10.09.2024 - 06:38:22

Die chinesischen Ausfuhren sind im August erneut krĂ€ftig gestiegen. Was Chinas Wirtschaft hilft, sorgt im Ausland zunehmend fĂŒr Unruhe. Handelsstreitigkeiten nehmen zu.

Ein Hoffnungsschimmer fĂŒr die wirtschaftliche Erholung Chinas: Die Exporte der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft sind im August stĂ€rker als erwartet gewachsen. Wie aus Daten der Pekinger Zollbehörde hervorgeht, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent auf umgerechnet 309 Milliarden US-Dollar (etwa 280 Milliarden Euro). Damit haben die chinesischen Exporte den fĂŒnften Monat in Folge zugelegt. 

Die Importe erhöhten sich um 0,5 Prozent. Analysten hatten zuvor ein Exportplus von 6,6 Prozent erwartet, wÀhrend sie von einem Anstieg der Importe um 2,5 Prozent ausgingen.

Mehr VerkÀufe, sinkende Preise 

Die Zahlen verdeutlichen, dass Unternehmen aus China mehr Waren ins Ausland verkaufen. Doch laut bereits am Montag veröffentlichten Daten der Pekinger Statistikbehörde mĂŒssen sie insgesamt immer geringere Preise hinnehmen. So sanken die Produzentenpreise im August im Vergleich zum Vorjahr erneut um 1,8 Prozent. 

Seit annĂ€hernd zwei Jahren sind die Produzentenpreise durchgehend rĂŒcklĂ€ufig. WĂ€hrend sich in China Sorgen vor einer Deflation verstĂ€rken, sind andere LĂ€nder alarmiert aufgrund der Flut gĂŒnstiger Exporte. So haben zuletzt die EU und die USA hohe Zölle auf in China hergestellte Elektroautos verhĂ€ngt.

Peking plant seit lĂ€ngerem, die Wirtschaft umzustrukturieren. In der Hoffnung, neue Wachstumstreiber zu schaffen, wird der Ausbau von Hochtechnologie-Sektoren wie erneuerbare Energien und ElektromobilitĂ€t gefördert. Allerdings kĂ€mpfen die neuen Branchen mit ÜberkapazitĂ€ten. 

Harter Wettbewerb, wenig Konsum 

In der E-Auto-Industrie sind viele Unternehmen entstanden, die nun auf dem heimischen Markt einem harten Wettbewerb ausgesetzt sind. Gewinne lassen sich auch deshalb nur schwer erzielen, da der Konsum schwĂ€chelt, was auf die wirtschaftliche Unsicherheit zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Besonders schwer wiegt die Krise im Immobiliensektor, der lange stark zum chinesischen Wachstum beigetragen hat, nun jedoch einen massiven Einbruch erlebt. 

Millionen unverkaufte Wohnungen stehen leer, und viele Unternehmen in diesem aufgeblÀhten Bereich sind insolvent. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt angespannt, insbesondere junge Menschen haben Schwierigkeiten, eine ihrer Qualifikation entsprechende BeschÀftigung zu finden. 

@ dpa.de