Chinas, Exporte

Chinas Exporte steigen - deutsche Einfuhren brechen ein

10.09.2024 - 09:57:28

Die chinesischen Ausfuhren sind im August erneut krĂ€ftig gestiegen. Die Importe wachsen dagegen nur langsam. Das bekommen vor allem deutsche Unternehmen zu spĂŒren.

Ein Hoffnungsschimmer fĂŒr die wirtschaftliche Erholung Chinas: Die Exporte der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft sind im August stĂ€rker als erwartet gewachsen. Wie aus Daten der Pekinger Zollbehörde hervorgeht, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent auf umgerechnet 309 Milliarden US-Dollar (etwa 280 Milliarden Euro). Damit haben die chinesischen Exporte den fĂŒnften Monat in Folge zugelegt. 

Die Importe erhöhten sich um 0,5 Prozent. Analysten hatten zuvor ein Exportplus von 6,6 Prozent erwartet, wÀhrend sie von einem Anstieg der Importe um 2,5 Prozent ausgingen.

Importe aus Deutschland brechen weiter ein 

Im Handel mit Deutschland gab es nach Angaben des chinesischen Zolls im August besonders große Abweichungen. WĂ€hrend Chinas Exporte um 21,3 Prozent stiegen, brachen die chinesischen Importe aus Deutschland um 17 Prozent ein. Seit Jahresbeginn sind Chinas Exporte nach Deutschland im Vorjahresvergleich um 3 Prozent gestiegen, wĂ€hrend die Einfuhren um 12,4 Prozent sanken.

«Der schwache Binnenkonsum in China sowie zurĂŒckhaltende Investitionen im Privatsektor drĂŒcken auf die Nachfrage nach deutschen Waren, was Unternehmen in Deutschland zu spĂŒren bekommen», kommentierte Maximilian Butek, GeschĂ€ftsfĂŒhrendes Vorstandsmitglied der Deutschen Auslandshandelskammer in Ostchina.

Mehr VerkÀufe, sinkende Preise 

Die Handelszahlen fĂŒr August verdeutlichen, dass Unternehmen aus China mehr Waren ins Ausland verkaufen. Doch laut bereits am Montag veröffentlichten Daten der Pekinger Statistikbehörde mĂŒssen sie insgesamt immer geringere Preise hinnehmen. So sanken die Produzentenpreise im August im Vergleich zum Vorjahr erneut um 1,8 Prozent. 

Seit annĂ€hernd zwei Jahren sind die Produzentenpreise durchgehend rĂŒcklĂ€ufig. WĂ€hrend sich in China Sorgen vor einer Deflation verstĂ€rken, sind andere LĂ€nder alarmiert aufgrund der Flut gĂŒnstiger Exporte. So haben zuletzt die EU und die USA hohe Zölle auf in China hergestellte Elektroautos verhĂ€ngt.

Peking plant seit lĂ€ngerem, die Wirtschaft umzustrukturieren. In der Hoffnung, neue Wachstumstreiber zu schaffen, wird der Ausbau von Hochtechnologie-Sektoren wie erneuerbare Energien und ElektromobilitĂ€t gefördert. Allerdings kĂ€mpfen die neuen Branchen mit ÜberkapazitĂ€ten. 

Harter Wettbewerb, wenig Konsum 

In der E-Auto-Industrie sind viele Unternehmen entstanden, die nun auf dem heimischen Markt einem harten Wettbewerb ausgesetzt sind. Gewinne lassen sich auch deshalb nur schwer erzielen, da der Konsum schwĂ€chelt, was auf die wirtschaftliche Unsicherheit zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Besonders schwer wiegt die Krise im Immobiliensektor, der lange stark zum chinesischen Wachstum beigetragen hat, nun jedoch einen massiven Einbruch erlebt. 

Millionen unverkaufte Wohnungen stehen leer, und viele Unternehmen in diesem aufgeblÀhten Bereich sind insolvent. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt angespannt, insbesondere junge Menschen haben Schwierigkeiten, eine ihrer Qualifikation entsprechende BeschÀftigung zu finden. 

@ dpa.de