Zahl der AsylantrÀge auf weit unter 100.000 reduzieren
06.10.2024 - 17:46:33Im vergangenen Jahr waren in Deutschland mehr als 300.000 AsylantrÀge registriert worden.
"Eine strikte Begrenzung der Migration ist dringend nötig", heiĂt es im Entwurf eines Leitantrags fĂŒr den CSU-Parteitag am kommenden Wochenende, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Insgesamt muss daher die Zahl der AsylantrĂ€ge auf weit unter 100.000 im Jahr reduziert werden." Zudem brauche es eine grundlegende Reform des Asylrechts und eine "echte Wende" in der Migrationspolitik - und all das ohne Denkverbote.
In einem weiteren Leitantrag, der auf dem Parteitag beschlossen werden soll, fordert die CSU unter anderem die WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht und "perspektivisch" eine allgemeine Dienstpflicht fĂŒr MĂ€nner und Frauen und deutlich höhere Verteidigungsausgaben.
"Menschen fĂŒhlen sich teilweise nicht mehr zu Hause"
Die Zahl - weit unter 100.000 AsylantrĂ€ge - hatte CSU-Chef Markus Söder schon vor einigen Wochen genannt. Beim Asylrecht soll nach Vorstellung der CSU nicht mehr ein individuell einklagbarer Rechtsanspruch allein ausschlaggebend sein: Die Partei will "das individuelle subjektive Recht auf Asyl durch eine institutionelle Garantie ersetzen". "Wir in Deutschland mĂŒssen selbst entscheiden können, wer zu uns ins Land kommt", betont die CSU.
Die Partei argumentiert in dem Leitantragsentwurf: "Deutschland ist sichtbar mit den Folgen der unkontrollierten Zuwanderung ĂŒberfordert - und zwar nicht nur im Hinblick auf Kitas, Schulen und Wohnraum, sondern auch kulturell und bei der Sicherheit." Und die Warnungen gehen noch weiter: "In vielen deutschen StĂ€dten fĂŒhlen sich die Menschen teilweise nicht mehr zu Hause und sorgen sich um ihre Sicherheit. Die Wahrheit ist: Es ist uns ĂŒber den Kopf gewachsen, der Zuzug ist zu viel und nicht mehr stemmbar."
Syrische und afghanische FlĂŒchtlinge sollen "perspektivisch" ausreisen
Konkret fordert die CSU erneut sofortige Abschiebungen von StraftĂ€tern und GefĂ€hrdern nach Syrien und Afghanistan, und auch in weitere LĂ€nder - aber nicht nur das: "Perspektivisch mĂŒssen auch nicht-straffĂ€llige syrische und afghanische FlĂŒchtlinge in die sicheren Regionen ihrer HeimatlĂ€nder zurĂŒckkehren."
Ansonsten findet sich in dem Papier eine weitere lange Reihe altbekannter CSU-Forderungen: etwa nach einem Ausreisearrest fĂŒr ausreisepflichtige StraftĂ€ter und GefĂ€hrder, umfassenden Grenzkontrollen, der sofortigen Möglichkeit zu ZurĂŒckweisungen von Asylbewerbern auch an den deutschen AuĂengrenzen sowie nach Asylverfahren in sicheren Drittstaaten und direkt an den EU-AuĂengrenzen.
Wehrpflicht als ein Teil einer allgemeinen Dienstpflicht
In zwei weiteren LeitantrĂ€gen, ĂŒber die auch der "MĂŒnchner Merkur" beziehungsweise der Bayerische Rundfunk berichteten, fordert die CSU unter anderem eine "Drohnenarmee" und eine "Cyberbrigade" fĂŒr die Bundeswehr und mehr Geld fĂŒr die Verteidigung: "Perspektivisch" sollen drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts dafĂŒr eingeplant werden - aktuell sind zwei Prozent das Ziel. Und: Die WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht soll vorbereitet werden. Aber nicht nur das: "Perspektivisch soll sie als einer von mehreren Diensten fĂŒr MĂ€nner und Frauen in eine allgemeine Dienstpflicht eingegliedert werden", so die Idee. Beide VorschlĂ€ge waren in der CSU schon vor einigen Monaten wieder diskutiert worden.
Zudem fordert die CSU eine "echte Wirtschaftswende" - mit Steuersenkungen und weiteren Entlastungen und einem umfassenden BĂŒrokratieabbau. Der LĂ€nderfinanzausgleich soll reformiert werden und nur noch "fĂŒr die ErfĂŒllung von Kern- und Pflichtaufgaben" da sein.

