Firmenpleiten in Westeuropa auf höchstem Stand seit 2013
06.05.2025 - 10:00:36Deutlich mehr Firmenpleiten und der höchste Stand in Westeuropa seit 2013: Das ist die Insolvenzbilanz des vergangenen Jahres. 190.449 FĂ€lle zĂ€hlt die Auskunftei Creditreform - 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und ein weiterer Anstieg zeichne sich ab.Â
«Drei Jahre Stagnation und wirtschaftliche Flaute haben nicht nur Deutschland im Griff. Europa leidet insgesamt unter einer schwachen konjunkturellen Entwicklung», ordnet Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung ein.
Dauerkrisen lassen Unternehmen keine Zeit zur ErholungÂ
Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2021 mit 112.686 Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich die Zahl der Firmenpleiten in Westeuropa der Analyse zufolge um fast 70 Prozent - nicht nur wegen der Corona-Pandemie: Gestiegene Energiepreise, schwache Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten sind fĂŒr viele Unternehmen eine Belastung. Die Dauerkrisen der vergangenen Jahre lassen den Betrieben kaum Gelegenheit, sich zu erholen und sich weiterzuentwickeln.
Deutlich mehr Firmenpleiten ĂŒberall in Westeuropa
In 15 der 17 westeuropĂ€ischen Staaten, die Creditreform in der Analyse berĂŒcksichtigt, nahmen die Insolvenzzahlen im Jahresvergleich zu. Etwas mehr als ein Drittel der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa entfiel auf Frankreich: 66.088. Das sind 17,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und trauriger Rekord.
Besonders deutlich stiegen die Zahlen in Griechenland (plus 42,5 Prozent auf 2.012 FĂ€lle) wegen neuer gesetzlicher Regelungen, auĂerdem in Irland (plus 32,0 Prozent/875 FĂ€lle) und den Niederlanden (plus 31,7 Prozent/3.782 FĂ€lle).Â
In Europas gröĂter Volkswirtschaft Deutschland beantragten Creditreform zufolge im vergangenen Jahr 22.070 Firmen Insolvenz, ein Anstieg um 22,5 Prozent zum Jahr 2023: «Damit zĂ€hlte Deutschland zu den Haupttreibern des Insolvenzgeschehens in Westeuropa.» Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen sind wegen einer anderen ZĂ€hlweise etwas niedriger.
Weniger Unternehmensinsolvenzen als ein Jahr zuvor verzeichneten der Creditreform-Ăbersicht zufolge nur DĂ€nemark (minus 11 Prozent auf 6.181 FĂ€lle) und GroĂbritannien (minus 4,8 Prozent/25.116 FĂ€lle).
Baugewerbe besonders betroffen
Am stĂ€rksten betroffen war 2024 das Baugewerbe, das einen Zuwachs von 15,4 Prozent verzeichnete. Steigende Baukosten, hohe Finanzierungskosten und eine schwĂ€chelnde Nachfrage erhöhten den wirtschaftlichen Druck auf die Branche. Auch im Dienstleistungssektor nahm die Zahl der Insolvenzen mit plus 14,2 Prozent ĂŒberdurchschnittlich zu.







