Firmenpleiten, Westeuropa

Firmenpleiten in Westeuropa auf höchstem Stand seit 2013

06.05.2025 - 10:00:36

Die Dauerkrisen der vergangenen Jahre fordern Tribut: Immer mehr Unternehmen geben auf. Nur in zwei westeuropÀischen Staaten fielen die Zahlen der Insolvenzen. Eine Branche ist besonders betroffen.

  • Die Auskunftei erwartet einen weiteren Anstieg der Firmenpleiten. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa

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  • Immer mehr Unternehmen geben auf. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • Die Baubranche ist besonders betroffen. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa

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Die Auskunftei erwartet einen weiteren Anstieg der Firmenpleiten. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpaImmer mehr Unternehmen geben auf. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpaDie Baubranche ist besonders betroffen. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa

Deutlich mehr Firmenpleiten und der höchste Stand in Westeuropa seit 2013: Das ist die Insolvenzbilanz des vergangenen Jahres. 190.449 FÀlle zÀhlt die Auskunftei Creditreform - 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und ein weiterer Anstieg zeichne sich ab. 

«Drei Jahre Stagnation und wirtschaftliche Flaute haben nicht nur Deutschland im Griff. Europa leidet insgesamt unter einer schwachen konjunkturellen Entwicklung», ordnet Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung ein.

Dauerkrisen lassen Unternehmen keine Zeit zur Erholung 

Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2021 mit 112.686 Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich die Zahl der Firmenpleiten in Westeuropa der Analyse zufolge um fast 70 Prozent - nicht nur wegen der Corona-Pandemie: Gestiegene Energiepreise, schwache Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten sind fĂŒr viele Unternehmen eine Belastung. Die Dauerkrisen der vergangenen Jahre lassen den Betrieben kaum Gelegenheit, sich zu erholen und sich weiterzuentwickeln.

Deutlich mehr Firmenpleiten ĂŒberall in Westeuropa

In 15 der 17 westeuropĂ€ischen Staaten, die Creditreform in der Analyse berĂŒcksichtigt, nahmen die Insolvenzzahlen im Jahresvergleich zu. Etwas mehr als ein Drittel der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa entfiel auf Frankreich: 66.088. Das sind 17,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und trauriger Rekord.

Besonders deutlich stiegen die Zahlen in Griechenland (plus 42,5 Prozent auf 2.012 FĂ€lle) wegen neuer gesetzlicher Regelungen, außerdem in Irland (plus 32,0 Prozent/875 FĂ€lle) und den Niederlanden (plus 31,7 Prozent/3.782 FĂ€lle). 

In Europas grĂ¶ĂŸter Volkswirtschaft Deutschland beantragten Creditreform zufolge im vergangenen Jahr 22.070 Firmen Insolvenz, ein Anstieg um 22,5 Prozent zum Jahr 2023: «Damit zĂ€hlte Deutschland zu den Haupttreibern des Insolvenzgeschehens in Westeuropa.» Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen sind wegen einer anderen ZĂ€hlweise etwas niedriger.

Weniger Unternehmensinsolvenzen als ein Jahr zuvor verzeichneten der Creditreform-Übersicht zufolge nur DĂ€nemark (minus 11 Prozent auf 6.181 FĂ€lle) und Großbritannien (minus 4,8 Prozent/25.116 FĂ€lle).

Baugewerbe besonders betroffen

Am stĂ€rksten betroffen war 2024 das Baugewerbe, das einen Zuwachs von 15,4 Prozent verzeichnete. Steigende Baukosten, hohe Finanzierungskosten und eine schwĂ€chelnde Nachfrage erhöhten den wirtschaftlichen Druck auf die Branche. Auch im Dienstleistungssektor nahm die Zahl der Insolvenzen mit plus 14,2 Prozent ĂŒberdurchschnittlich zu.

@ dpa.de