Ostseerat, SchÀrfer

Ostseerat: SchĂ€rfer gegen russische Öl-Schattenflotte vorgehen

14.06.2024 - 12:13:24

Die demokratischen Ostseeanrainerstaaten wollen sich gemeinsam gegen umstrittene russische Öl-Exporte auf kaum seetauglichen Schiffen zur Wehr setzen.

Gegen die sogenannte Schattenflotte seien entschlossene Maßnahmen erforderlich, einschließlich der VerschĂ€rfung der Sanktionen, forderten die Außenminister des Ostseerats am Freitag zum Ende ihres zweitĂ€gigen Treffens im finnischen Porvoo in der NĂ€he der Hauptstadt Helsinki. Angesichts der vielfĂ€ltigen Bedrohungen durch Russland sei es wichtig, WiderstandsfĂ€higkeit und Krisenreaktionsmöglichkeiten weiter zu stĂ€rken. Russland war vor gut zwei Jahren ins Nachbarland Ukraine einmarschiert.

Mehrere westliche LĂ€nder werfen Russland vor, auf teilweise kaum seetaugliche Schiffe zu setzen, um Sanktionen der EU wegen des Angriffskriegs zu umgehen. Damit wolle Russland sich einem westlichen Preisdeckel fĂŒr russische Ölexporte in Drittstaaten durch Schiffe entziehen, die nicht in Hand westlicher Reedereien sind oder nicht von westlichen Versicherungen versichert wurden. Das stelle jedoch eine große Gefahr fĂŒr die Meere und insbesondere die Ostsee dar, die anfĂ€llig fĂŒr Ölverschmutzungen ist.

Die Schattenflotte untergrabe die internationalen Regeln zur Sicherheit im Seeverkehr sowie das Haftungs- und EntschĂ€digungssystem, kritisieren die Ostseerats-Minister. Der Transport russischen Öls unter Umgehung der Sanktionen trage außerdem dazu bei, dass Moskau seinen Krieg gegen die Ukraine fĂŒhren könne.

Der 1992 gegrĂŒndeten Ostseerat gehören die acht Ostseeanrainer Deutschland, DĂ€nemark, Estland, Finnland, Litauen, Lettland, Polen und Schweden sowie Island, Norwegen und die EU an. Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde die russische Mitgliedschaft im MĂ€rz 2022 suspendiert, im Mai 2022 trat Russland aus dem Ostseerat aus.

@ dpa.de