Sparkassen-VorstÀnde, Schuld

Sparkassen-VorstĂ€nde geben Politik die Schuld fĂŒr schwache Wirtschaft

08.04.2024 - 11:05:02

Die derzeitige SchwĂ€che der deutschen Wirtschaft geht nach EinschĂ€tzung der Sparkassen-VorstĂ€nde ĂŒberwiegend auf Fehler in der Politik zurĂŒck.

Fast 60 Prozent der SparkassenvorstĂ€nde machen hausgemachte Probleme fĂŒr die gesamtwirtschaftliche Stagnation, ein viel zu geringes Potenzialwachstum und die InvestitionszurĂŒckhaltung verantwortlich, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Dekabank hervorgeht. "Dies stellt ein klares Signal an die Politik dar, Reformen fĂŒr den Wirtschaftsstandort endlich wieder eine deutlich höhere PrioritĂ€t einzurĂ€umen."

Dazu gehöre auch eine deutlich höhere VerlÀsslichkeit von Rahmenbedingungen. Die von der Dekabank erfassten Indikatoren deuten darauf hin, dass die Ungewissheit mit Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.

Zyklische Ursachen und den Zinsanstieg halten dagegen nur 26 Prozent der befragten Sparkassenmanager fĂŒr den wichtigsten Grund der WirtschaftsschwĂ€che. "Das bedeutet auch, dass in den Augen der Sparkassen eine Verbesserung der konjunkturellen Dynamik in der Weltwirtschaft die ökonomische Misere Deutschlands vielleicht lindern, aber kaum lösen wird."

Eine nachdrĂŒckliche Relativierung erfahre auch die Geopolitik in ihrer Bedeutung fĂŒr die zuletzt schwache wirtschaftliche Entwicklung. "Nur 15 Prozent halten dies fĂŒr einen entscheidenden Faktor." Eine Besserung fĂŒr die Wirtschaft hierzulande zeichnet sich nur zaghaft ab. "FĂŒr die deutsche Konjunktur sehen die Sparkassen nur ganz zarte Aufhellungen am Horizont", sagte Reinhold Rickes, Chefvolkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Anders als die Konjunktur entwickele sich aber die Lage an den Börsen weiter gut. "Die ErklÀrung liegt darin, dass die Finanzmarktentwicklung deutlich stÀrker von internationalen Faktoren wie der Weltkonjunktur abhÀngig ist als die GeschÀftsentwicklung der lokalen Unternehmen. Und die Weltkonjunktur ist in erstaunlich robuster Verfassung", sagte Rickes.

Das Deka-S-Finanzklima, das regelmĂ€ĂŸig vom "Handelsblatt" und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht wird, habe sich im ersten Quartal leicht verbessert. Der Stimmungsbericht zum Umfeld fĂŒr Wirtschaft und FinanzmĂ€rkte aus dem Sparkassensektor ergab im ersten Quartal einen Indexwert von 97,4 Punkten und damit nahe dem Neutralbereich von 100 ZĂ€hlern. Das Konjunkturklima bleibe dabei weiter schwach und der Unterindex zu den Wirtschaftsperspektiven sei sogar gesunken.

"Die aktuelle Stimmungslage im Sparkassensektor schwankt zwischen trĂŒben Aussichten fĂŒr die Wirtschaft und einem generell positiven Finanzumfeld mit wieder besseren monetĂ€ren Rahmenbedingungen", hieß es in der Studie. "2024 wird im RĂŒckblick ein weiteres verlorenes Konjunkturjahr sein, obwohl sich fĂŒr das zweite Halbjahr eine Besserung andeutet. Dies ist vor allem der abflauenden Inflation und dem anhaltend hohen Lohnwachstum zu verdanken."

@ dpa.de