Bahn schlieĂt erstes Halbjahr mit Milliardenverlust ab
25.07.2024 - 11:09:10 | dts-nachrichtenagentur.deZudem sei man "mit erheblichem zusĂ€tzlichem Aufwand in Vorleistung gegangen", um mit dringend nötigen Reparaturen an der Infrastruktur beginnen zu können. Die störanfĂ€llige Infrastruktur, hohe BautĂ€tigkeit und eine gesunkene PĂŒnktlichkeit (im Fernverkehr 62,7 Prozent, erstes Halbjahr 2023: 68,7 Prozent) hĂ€tten in den ersten sechs Monaten 2024 Leistung, Umsatz und Ergebnis der DB-Eisenbahnverkehrsunternehmen stark beeintrĂ€chtigt. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz verringerte sich nach Konzernangaben in den ersten sechs Monaten 2024 gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,8 Prozent auf 548 Millionen Trassenkilometer. 64,2 Millionen Reisende nutzten im ersten Halbjahr 2024 die FernverkehrszĂŒge der DB - rund sechs Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Verkehrsleistung des Fernverkehrs sei wegen der Streiks und der auch wetterbedingten EinschrĂ€nkungen im Schienennetz im gleichen Zeitraum um 3,6 Prozent auf rund 20,9 Milliarden Personenkilometer gesunken, so das Unternehmen. FĂŒr das Gesamtjahr 2024 hĂ€lt der DB-Konzern grundsĂ€tzlich an seinem Ausblick vom MĂ€rz fest, mit "kleineren Anpassungen" nach unten. Die Investitionen in die Infrastruktur sollen 2024 auf einem "sehr hohen Niveau" weiter steigen: die Brutto-Investitionen fĂŒr das Gesamtjahr auf ungefĂ€hr 21 Milliarden Euro und die Netto-Investitionen unter Einbeziehung der Eigenkapitalerhöhung des Bundes auf rund elf Milliarden Euro. Die Umsatz-Prognose wurde mit rund 45 Milliarden Euro leicht abgesenkt auf das Niveau des Vorjahres. FĂŒr das Gesamtjahr 2024 will der DB-Konzern einen operativen Gewinn (Ebit bereinigt) in Höhe von etwa einer Milliarde Euro erwirtschaften. Angesichts der Bilanz ĂŒbte der Fahrgastverband Pro Bahn scharfe Kritik an der Politik. Verbandschef Detlef NeuĂ sagte der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe): "Die Politik muss das System Bahn endlich ordentlich finanzieren. Wir kommen nicht zurecht ohne deutlich mehr Geld fĂŒr die Bahn." NeuĂ ergĂ€nzte, wer eine funktionierende Bahn wie in der Schweiz wolle, könne dies nicht mit unzureichenden Mitteln erreichen. Mit Blick auf die Sanierung des Konzerns sagte NeuĂ: "Bahnchef Lutz ist nicht das Problem. Ich bin schon der Meinung, dass er das kann." Die Politik mĂŒsse handeln. "Man schickt auch niemanden zum Einkaufen, ohne ihm Geld mitzugeben." NeuĂ zeigte VerstĂ€ndnis fĂŒr Ăberlegungen des Konzerns, wegen des Deutschlandtickets und wachsender Verluste Strecken auszudĂŒnnen. "Es gibt Strecken, da fĂ€hrt der ICE nicht schneller als der Regionalexpress. Da fahren die Leute selbstverstĂ€ndlich mit dem Deutschlandticket als teuer im ICE", so der Verbandschef. AuĂerdem handele es sich dabei schon immer um "problematische Strecken" fĂŒr die Bahn. Auch Ramona Pop, VorstĂ€ndin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, richtete Forderungen an die Politik: "Mit den heute vorgelegten Halbjahreszahlen der Deutschen Bahn wird einmal mehr deutlich, die Deutsche Bahn ist in keiner guten Verfassung. Leidtragende sind die Reisenden. UnpĂŒnktlichkeit, ZugausfĂ€lle und mangelhafter Service machen das Bahnfahren viel zu wenig attraktiv." Die politisch Verantwortlichen mĂŒssten "endlich gegensteuern". Die Verbesserung der ReisequalitĂ€t und der Kundenzufriedenheit mĂŒsse höchste PrioritĂ€t haben. "Diese Kriterien sollten auch in die Berechnung der Boni des Bahnmanagements einflieĂen." Die Zufriedenheit der Verbraucher und die QualitĂ€t der Angebote mĂŒssten "unabhĂ€ngig und nach wissenschaftlichen Kriterien" gemessen werden. "Ein QualitĂ€tsmonitor wĂŒrde MĂ€ngel und auch Fortschritte sichtbar machen. Neutrale Kennzahlen wĂŒrden auch der Politik eine bessere Entscheidungsgrundlage bieten, um das Unternehmen aus der Misere zu fĂŒhren", so Pop.
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