Das Ă€ndert sich fĂŒr Bahnreisende mit dem neuen Fahrplan
15.12.2024 - 06:00:36Paris, Venedig, Krakau, Amsterdam - FahrgĂ€ste der Deutschen Bahn profitieren zum Fahrplanwechsel von neuen Verbindungen und einem dichteren Takt in europĂ€ische Metropolen. Dabei setzt der bundeseigene Konzern vor allem auf internationale Fahrten. Seit Sonntag gehen nach Angaben der Bahn tĂ€glich mehr als 330 Fahrten von Deutschland in zwölf NachbarlĂ€nder.Â
Innerhalb Deutschlands will die Bahn, die mit einem maroden Streckennetz und geringer PĂŒnktlichkeit zu kĂ€mpfen hat, unter anderem mit mehr Sprintern zwischen Berlin und Frankfurt punkten. Zwei Hauptstrecken werden nach monatelanger Sperrung seit Sonntag wieder befahren: Frankfurt-Mannheim und Hamburg-Berlin. Das verkĂŒrzt Fahrtzeiten auch im bundesweiten Netz, und es können wieder mehr ZĂŒge fahren. FĂŒr die Kunden wird das Bahnfahren jedoch zum Teil teurer. Die Ănderungen im Ăberblick:Â
Von Berlin nach Paris in acht Stunden
Von der deutschen in die französische Hauptstadt ohne Umsteigen - am Montag nimmt die neue ICE-Verbindung ĂŒber Frankfurt SĂŒd, Karlsruhe und StraĂburg den Betrieb auf. Los geht es am Berliner Hauptbahnhof um 12.02 Uhr, die Ankunft soll acht Stunden spĂ€ter (19.55 Uhr) am Bahnhof Paris Est sein. Abfahrt in Paris ist planmĂ€Ăig um 9.55 Uhr, um 17.56 Uhr sollen Reisende in der Bundeshauptstadt ankommen.
Zu den weiteren internationalen Verbindungen zĂ€hlt, dass Amsterdam erstmals tĂ€glich ohne Umsteigen mit dem ICE von Stuttgart und MĂŒnchen aus erreichbar ist. Zwischen Frankfurt und BrĂŒssel gibt es von Mitte April bis Anfang November tĂ€glich eine neue SpĂ€tverbindung in beide Richtungen. Zwischen MĂŒnchen und ZĂŒrich sind zwei weitere ZĂŒge unterwegs, ebenso auf der Strecke zwischen Berlin, Breslau und Krakau. Im Sommer sollen auĂerdem weitere DirektzĂŒge von MĂŒnchen ĂŒber Verona nach Venedig beziehungsweise Bologna hinzukommen. Im Vergleich zu 2019 gebe es rund 25 Prozent mehr Verbindungen in NachbarlĂ€nder, teilte die Bahn mit.
Mehr Sprinter zwischen Berlin und Frankfurt
Auf besonders beliebten Verbindungen im Inland will die Bahn mehr ZĂŒge einsetzen. Sechs zusĂ€tzliche sogenannte Sprinter fahren ohne Zwischenhalt in rund vier Stunden zwischen der Hauptstadt und der Mainmetropole. Die Sprinter sind, wenn pĂŒnktlich, rund 20 Minuten schneller auf der Verbindung unterwegs als die regulĂ€ren FernzĂŒge. Ansonsten Ă€ndert sich im Inland vergleichsweise wenig.Â
Unter anderem richtet die Bahn einen zusĂ€tzlichen Direktzug zwischen Berlin und SaarbrĂŒcken ein sowie ab Mitte MĂ€rz zwischen Rostock, Leipzig, Frankfurt und Stuttgart. Zwischen Bremen und Berlin soll ebenfalls ein zweiter tĂ€glicher Direktzug fahren. AuĂerdem bringt der neue Fahrplan eine neue ICE-Nachtverbindung zwischen Berlin und der Schweiz. Am Nachtzugangebot, das die Bahn vor allem in Kooperation mit den Ăsterreichischen Bundesbahnen anbietet, Ă€ndert sich nichts.Â
Flexpreis und Bahncard 100 werden teurer
Wer kĂŒnftig mit einem Flexpreis-Ticket unterwegs sein will, muss tiefer in die Tasche greifen als bisher. Nach Angaben der Bahn steigen die Preise durchschnittlich um 5,9 Prozent. Mit einem Flexpreis-Fahrschein können Kunden am Tag auf der jeweiligen Verbindung jeden beliebigen Fernzug nehmen, sind also flexibler. Die sogenannten Spar- und Supersparangebote bleiben unverĂ€ndert. Die Einstiegspreise liegen weiter bei 17,99 Euro fĂŒr die Superspar-Tickets sowie 21,99 Euro fĂŒr die Spartickets.Â
Ein Plus von durchschnittlich 6,6 Prozent kĂŒndigte die Bahn fĂŒr die Bahncard 100 an, mit der Reisende so oft wie sie möchten mit allen DB-ZĂŒgen fahren können. Die regulĂ€re Bahncard 100 fĂŒr die zweite Klasse liegt dann beispielsweise fĂŒr ein Jahr bei 4.899 Euro, wer erste Klasse reisen will, muss 7.999 Euro zahlen.
Wann kommt der Zug? Die weiĂen PlĂ€ne bleiben erst einmal hĂ€ngen
Verschwinden sie - oder doch nicht? Um die weiĂen AnkunftsplĂ€ne in den Bahnhöfen der Deutschen Bahn gab es Ende November viel Wirbel. Erst kĂŒndigte der Konzern an, zum Fahrplanwechsel auf die AushĂ€nge zu verzichten. Nur zwei Tage spĂ€ter machte die Bahn nach deutlicher Kritik unter anderem von Fahrgastvertretern einen RĂŒckzieher. Die AnkunftsplĂ€ne bleiben - zumindest vorerst.Â
TÀglich 30.000 FahrgÀste: Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin
Die Deutsche Bahn und ihre FahrgĂ€ste leiden unter hĂ€ufigen VerspĂ€tungen. Der Konzern fĂŒhrt das vor allem auf ein veraltetes und marodes Schienennetz zurĂŒck - und will das Netz mit einer Generalsanierung wieder auf Vordermann bringen. Der erste Streckenabschnitt zwischen Frankfurt und Mannheim ist gerade fertig geworden. Im kommenden Jahr soll die deutlich komplexere Modernisierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin folgen.
Diese Trasse wurde nach Gleisbauarbeiten gerade erst wieder freigegeben. Doch es ist noch lĂ€ngst nicht alles geschafft. Die nun folgende grundlegende Sanierung soll im August beginnen und bis April 2026 dauern. Die Strecke zwischen Hamburg und Berlin wird wĂ€hrend dieser Zeit komplett gesperrt. Der GĂŒter- und Personenverkehr wird umgeleitet.
Der stark befahrene Korridor, auf dem tĂ€glich rund 30.000 FahrgĂ€ste unterwegs sind, ist Teil eines groĂangelegten Sanierungsprogramms der Deutschen Bahn.







