Druck, BDI

Industrie unter Druck: BDI erwartet großes Produktionsminus

22.11.2024 - 14:06:34

Die deutsche Industrie erwartet angesichts der Konjunkturflaute dieses Jahr ein krÀftiges Produktionsminus.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet mit einem Minus von drei Prozent und damit das dritte Jahr in Folge mit rĂŒcklĂ€ufigen Zahlen. "Eine Erholung im Jahr 2025 ist nicht in Sicht", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Tanja Gönner.

Besonders problematisch sei, dass deutsche Leitbranchen mit starken RĂŒckgĂ€ngen zu kĂ€mpfen haben, sagte Gönner. Der Fahrzeugbau verzeichnete demnach per September Produktionseinbußen von minus 6,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum, im Maschinenbau waren es minus 8,5 Prozent und in der Elektroindustrie minus 10,7 Prozent.

"Standort Deutschland verliert an AttraktivitÀt"

"Auch in der EuropĂ€ischen Union hĂ€lt die Industrierezession an", schrieb der BDI zu seinem "Industriebericht 2024". FĂŒr dieses Jahr erwarte man ebenfalls ein ProduktionsrĂŒckgang von drei Prozent. "Deutschland, aber auch die EU, verlieren als Standort an AttraktivitĂ€t."

Der Verband erwartet, dass die deutschen Exporte dieses Jahr um 0,5 Prozent zurĂŒckgehen, wĂ€hrend der weltweite Warenhandel um zwei Prozent zulege. Entsprechend schwach dĂŒrften sich die Importe entwickeln. Auch seien die Exporterwartungen fĂŒr 2025 gesunken.

Der BDI forderte erneut Impulse von der Politik: Um wieder mehr Wachstum zu erzeugen und den Standort Deutschland attraktiv zu machen, "brauchen wir dringend eine neue und handlungsfÀhige Regierung, die mit Entschlossenheit und Mut notwendige Reformen umsetzt".

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal nur minimal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,1 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt in einer zweiten SchÀtzung mitteilte. ZunÀchst hatte die Behörde anhand vorlÀufiger Daten ein Wachstum von 0,2 Prozent ermittelt.

@ dpa.de