Produktion auf AuftrÀge sinken deutlich
05.07.2024 - 09:42:34 | dpa.deDie Gesamtherstellung ging zum Vormonat um 2,5 Prozent zurĂŒck, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden bekannt gab. Es ist der deutlichste RĂŒcksetzer seit Ende 2022. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.
Die schwachen Produktionsdaten folgen auf enttĂ€uschende Auftragszahlen vom Vortag. Demnach sind die Industriebestellungen im Mai das fĂŒnfte Mal in Folge gesunken. Der RĂŒckgang auf Monatssicht betrug 1,6 Prozent. Im Jahresvergleich gingen 8,6 Prozent weniger AuftrĂ€ge ein.
Die Produktion entwickelte sich auf Jahressicht ebenfalls schwach, zum Vorjahresmonat brach sie um 6,7 Prozent ein. "Eine weitere Hiobsbotschaft von der Industrie", kommentierte Ăkonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. "Es scheint, als sei eine Wende zum Besseren weiter entfernt denn je." Die deutsche Wirtschaft erlebe das zweite Jahr Stagnation in Folge.
Dabei hatte es in den vergangenen Wochen einige Lichtblicke gegeben: Die Unternehmensstimmung hatte sich tendenziell aufgehellt, mehrere hochrangige Wirtschaftsinstitute hatten ihre Wachstumserwartungen nach oben gesetzt - wenn auch von niedrigem Niveau aus. Doch all das könnte schon wieder ins Wanken geraten: "Die deutsche Wirtschaft verliert erneut an Fahrt", erklÀrte Chefökonom Carsten Brzeski von der Bank ING.
Das Bundeswirtschaftsministerium sprach in einem Kommentar nĂŒchtern von einer zunĂ€chst verhaltenen Industriekonjunktur. "Erst im Zuge der weiteren Erholung des Welthandels und der allmĂ€hlichen Belebung der Nachfrage nach Industrieerzeugnissen dĂŒrfte sich die Produktion stabilisieren."
Im Detail konnte im Mai nur der Energiesektor ĂŒberzeugen. Er erhöhte seinen AusstoĂ zum Vormonat um 2,6 Prozent. Dagegen ging die Warenproduktion in der Industrie um 2,9 Prozent zurĂŒck. Am Bau war die AktivitĂ€t ebenfalls deutlich schwĂ€cher, das Minus betrug 3,3 Prozent.
Nicht nur fĂŒr die deutsche Industrie lief es im Mai schlecht. Auch in Frankreich - nach Deutschland die zweitgröĂte Volkswirtschaft im Euroraum - fiel die Produktion schwach aus. Nach Zahlen des Statistikamts Insee sank die Gesamtherstellung von April auf Mai um 2,1 Prozent. In Spanien - nach Wirtschaftskraft die Nummer vier der Eurozone - ging die Produktion im Mai ebenfalls zurĂŒck, wenn auch nur leicht.
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