US-Zölle belasten Industrieproduktion - RĂŒckschlag fĂŒr Pharmabranche
06.06.2025 - 09:14:57 | dpa.deIn den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ging die Fertigung im Monatsvergleich um 1,4 Prozent zurĂŒck, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im MĂ€rz hatten noch Vorzieheffekte im Zusammenhang mit angekĂŒndigten US-Zöllen die Produktion angetrieben. Allerdings war der Produktionszuwachs im MĂ€rz schwĂ€cher ausgefallen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Anstieg auf nur noch 2,3 Prozent von zuvor 3,0 Prozent.
Analysten waren fĂŒr April zwar von einer schwĂ€cheren Produktion ausgegangen, hatten im Schnitt aber nur einen RĂŒckgang um 1,0 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich meldete das Statistikamt ebenfalls einen DĂ€mpfer. In dieser Betrachtung ging die Fertigung im April um 1,8 Prozent zurĂŒck.
Zur negativen Entwicklung habe auch ein krĂ€ftiger ProduktionsrĂŒckgang in der Pharmaindustrie beigetragen, hieĂ es in der Mitteilung von Destatis. Hier meldete das Bundesamt fĂŒr April einen RĂŒckgang um 17,7 Prozent im Monatsvergleich. Im MĂ€rz wurde dagegen ein noch sehr krĂ€ftiger Zuwachs verzeichnet. Die Pharmaproduktion habe den Anstieg von 19,3 Prozent im MĂ€rz fast vollstĂ€ndig zunichtegemacht, sagte Analystin Franziska Palmas von Capital Economics. Dies deute darauf hin, dass sich der Aufschwung durch die US-Zölle bereits umkehre. So hatten viele Pharmaunternehmen und deren Kunden in Erwartung von Zöllen zunĂ€chst offenbar mehr produziert und bestellt als direkt notwendig.
"Die in einigen Wirtschaftszweigen zuletzt stark schwankende Industrieproduktion dĂŒrfte auch Ausdruck der handelspolitischen Unsicherheiten infolge der US-Zollpolitik sein", hieĂ es in einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Entwicklung der Industrieproduktion dĂŒrfte auch kĂŒnftig von zollpolitischen Turbulenzen gekennzeichnet sein.
Zuletzt zeigten sich aber auch Hinweise auf eine bessere Entwicklung in den Industriebetrieben und damit auf ein Ende der SchwĂ€chephase. Im April hatten die Industriebetriebe den zweiten Monat in Folge mehr AuftrĂ€ge verzeichnet und Ăkonomen sprachen von ersten Anzeichen einer Trendwende.
FĂŒr Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ist daher der schwache Quartalsauftakt bei der Produktion "in Anbetracht der ĂŒberraschend guten AuftragseingĂ€nge im April verschmerzbar". Seiner EinschĂ€tzung nach ist die deutsche Wirtschaft generell auf dem Weg der Besserung.
Auch die Commerzbank sieht bessere Zeiten fĂŒr die deutsche Wirtschaft kommen. Analyst Ralph Solveen verwies auf höhere Auftragszahlen und auf den Anstieg des Ifo-GeschĂ€ftsklimas. "Darum gehen wir davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Quartalen wieder zulegen wird, auch wenn die höheren US-Zölle und die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft einen krĂ€ftigen Aufschwung verhindern werden", sagte der Commerzbank-Experte.
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