Bundesbank sieht Mini-Wachstum trotz Krisen und Nahost-Krieg
22.04.2026 - 12:00:05 | dpa.deDie deutsche Wirtschaft ist nach EinschĂ€tzung der Bundesbank trotz vieler Krisen mit einem Mini-Wachstum ins laufende Jahr gestartet. «Trotz fortbestehender Belastungsfaktoren und zusĂ€tzlichem Gegenwind durch den Krieg im Nahen Osten dĂŒrfte das reale BIP im ersten Quartal 2026 saisonbereinigt leicht zugelegt haben», schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht April. Erste amtliche Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten 2026 gibt es nĂ€chste Woche Donnerstag (30.4.) vom Statistischen Bundesamt.
Nach EinschĂ€tzung der Bundesbank lassen steigende IndustrieumsĂ€tze und Warenexporte einen leicht positiven Wachstumsbeitrag erwarten. Zudem zeigten Umfragedaten fĂŒr MĂ€rz noch eine insgesamt stabile Lage. «Das deutet darauf hin, dass sich die negativen Effekte des Krieges im Nahen Osten gröĂtenteils erst spĂ€ter niederschlagen dĂŒrften», heiĂt es im Monatsbericht.
Gestiegene Energiepreise bremsen den Konsum
Der private Konsum schwĂ€chelte dagegen im ersten Quartal des laufenden Jahres vermutlich. Im MĂ€rz dĂŒrfte der Ălpreisschock infolge des Iran-Kriegs Verbraucher zusĂ€tzlich gebremst haben. Vor allem Sprit an der Tankstelle und Heizöl wurden erheblich teurer. Das katapultierte die Inflationsrate im MĂ€rz mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024.Â
Kurzfristig sieht die Bundesbank keine Entspannung: «Die Inflationsrate dĂŒrfte in den kommenden Monaten deutlich erhöht bleiben. Dauer und AusmaĂ des Inflationsschubes hĂ€ngen jedoch stark von der weiteren Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten ab.»
TrĂŒbe Aussichten fĂŒr die Konjunktur
Auch die konjunkturellen Aussichten bleiben trĂŒb. «Mit Blick auf das zweite Quartal zeichnet sich aus heutiger Sicht allenfalls eine weitere, leichte Expansion ab», schreibt die Bundesbank. Zwar dĂŒrften die staatlichen Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Verteidigung zunehmend die Konjunktur beflĂŒgeln. «Andererseits ist gleichzeitig zu erwarten, dass die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten die deutsche Wirtschaft breiter und spĂŒrbarer belasten. Sie wirken insbesondere ĂŒber gestiegene Energiepreise, Lieferkettenprobleme, erhöhte Unsicherheit, gestiegene Zinsen und verschlechterte Exportaussichten.»
Reihenweise senkten Ăkonomen jĂŒngst ihre Konjunkturprognosen fĂŒr das laufende Jahr. FĂŒhrende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung 2026 nur noch um 0,6 Prozent zulegen wird. Vor dem Iran-Krieg hatten viele Experten ein Wachstum von einem Prozent erwartet, teils auch mehr. 2025 war Deutschland mit 0,2 Prozent Plus knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge vorbeigeschrammt.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
