Bundesbank: Deutsche Wirtschaft verliert an Fahrt - US-Zollpolitik belastet
16.07.2025 - 12:05:11Im zweiten Quartal dĂŒrfte die Wirtschaftsleistung stagniert haben, heiĂt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht der Zentralbank. In den ersten drei Monaten des Jahres hatten eine stĂ€rkere Industrieproduktion und steigende Exporte in Erwartung höherer US-Zölle dafĂŒr gesorgt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gestiegen war.
FĂŒr das zweite Quartal ist wieder mit einem Abflauen der Konjunktur zu rechnen. "Die konjunkturelle Grundtendenz ist insgesamt weiter schwach", heiĂt es im Monatsbericht. Zwar hĂ€tten sich Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft, wie das Ifo-GeschĂ€ftsklima, zuletzt aufgehellt, rĂ€umten die Experten der Bundesbank ein. Dies sei mit der Aussicht auf milliardenschwere Investitionen der neuen Bundesregierung zu erklĂ€ren. Der konjunkturelle Schub fĂŒr die deutsche Wirtschaft werde aber erst mit Verzögerung eintreten.
Kurzfristig drohe der deutschen Exportwirtschaft "zusĂ€tzlicher Gegenwind durch die US-Zollpolitik", heiĂt es im Monatsbericht. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte angekĂŒndigt, dass ab dem 1. August Zusatzzölle von 30 Prozent auf importierte Waren aus LĂ€ndern der EU in Kraft treten, falls es nicht zu einer Einigung im Zollstreit kommt. Sollten die Zölle wie angedroht in Kraft treten, wĂ€re dies ein "beachtliches konjunkturelles AbwĂ€rtsrisiko" fĂŒr die deutsche Wirtschaft, warnt die Bundesbank.
Zuvor hatte BundesbankprĂ€sident Joachim Nagel bereits gesagt, dass die Zollunsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung schade. Eine "zĂŒgige" Einigung mit den USA mĂŒsse das Ziel der EU sein, sagte er dem "Handelsblatt". Allerdings schrĂ€nkte er ein, dass dies "nicht um jeden Preis" geschehen solle.
Die Bundesbank weist im Monatsbericht zudem auf die niedrige Auslastung in den Industriebetrieben hin, die weiterhin die Investitionsneigung der Unternehmen bremse. AuĂerdem sind vom privaten Konsum im zweiten Quartal wenig Impulse gekommen. Ein Problem sehen die Experten der Bundesbank weiter in der deutschen Bauwirtschaft.

