Wirtschaft schrumpft im Schlussquartal 2024 - Export schwach
30.01.2025 - 10:26:43Die deutsche Wirtschaft findet auch zum Jahreswechsel keinen Weg aus ihrer Krise. Im vierten Quartal 2024 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent zum Vorquartal und damit etwas stÀrker als zunÀchst angenommen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach einer ersten SchÀtzung mitteilte. Noch vor Kurzem war die Behörde von einem Minus von 0,1 Prozent zum Vorquartal ausgegangen.
WĂ€hrend die Konsumausgaben der privaten Verbraucher stiegen und auch der Staat mehr ausgab, waren die Exporte deutlich niedriger als im Vorquartal, schrieben die Statistiker.Â
Auch im Gesamtjahr 2024 sank das Bruttoinlandsprodukt, und zwar um 0,2 Prozent zum Vorjahr. Damit ist die deutsche Wirtschaft das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Es handelt sich um die lĂ€ngste Rezession seit mehr als 20 Jahren: Zuletzt war die deutsche Wirtschaftsleistung 2002/2003 zwei Jahre in Folge zurĂŒckgegangen.
Deutsche Wirtschaft auch 2025 unter Druck
Ein Aufschwung ist nicht in Sicht. So hat die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose fĂŒr 2025 auf 0,3 Prozent eingedampft, nachdem sie noch im Herbst mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet hatte. Auch die Bundesbank und der SachverstĂ€ndigenrat («Wirtschaftsweise») prognostizieren nur ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent bzw. 0,4 Prozent. Erst fĂŒr 2026 erwartet die Bundesregierung ein stĂ€rkeres Wirtschaftswachstum von dann 1,1 Prozent.Â
Hoffen auf Politikwechsel, Sorgen wegen TrumpÂ
Zwar könnten weiter sinkende Leitzinsen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) der Wirtschaft etwas Schub geben, denn damit werden Kredite fĂŒr Unternehmen und Privatleute gĂŒnstiger - etwa fĂŒr Hausbauer.Â
Doch die Unsicherheit bleibt groĂ. WirtschaftsverbĂ€nde hoffen auf einen Politikwechsel nach der Wahl am 23. Februar. Wirtschaftliche Impulse einer neuen Bundesregierung wĂŒrden aber wohl frĂŒhestens 2026 voll zum Tragen kommen, schĂ€tzt das Kiel Institut fĂŒr Weltwirtschaft. Zudem drohen unter dem neuen US-PrĂ€sidenten Donald Trump Handelskonflikte mit der EU, die die Exportnation Deutschland besonders treffen könnten.Â
LĂ€ngste Stagnationsphase der Nachkriegsgeschichte
Die deutsche Wirtschaft wÀchst schon seit Jahren kaum und hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Nach Angaben des Ifo-Instituts lag das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2024 nur wenig höher als 2019 vor der Corona-Pandemie. Deutschland durchlaufe damit «die mit Abstand lÀngste Stagnationsphase der Nachkriegsgeschichte».
Die Krise kommt zunehmend am Arbeitsmarkt an. Nahezu alle Industriezweige wollten mit weniger BeschÀftigten auskommen, schrieb das Ifo-Institut. Vor allem in der Industrie und im Handel neigten Betriebe dazu, Jobs abzubauen.
Im vergangenen Jahr produzierten wichtige Industriebranchen wie Auto- und Maschinenbau weniger, die Exporte schrumpften, die Investitionen in Maschinen, GerĂ€te und Fahrzeuge sanken krĂ€ftig, und das Baugewerbe litt unter der Krise im Wohnungsbau. Die Konsumausgaben der Verbraucher wuchsen nur leicht. Viele Menschen halten angesichts gestiegener Preise und Sorgen um ihren Job ihr Geld zusammen. Zugleich leidet der Wirtschaftsstandort Deutschland unter hohen Energiepreisen und groĂer BĂŒrokratie.







