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WEF-PrÀsident blickt optimistisch auf deutsche Wirtschaft

06.10.2024 - 04:00:39

Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle. Der PrÀsident des Weltwirtschaftsforums ist dennoch zuversichtlich, dass das Land bald wieder in die Spur findet - wenn es die richtigen Weichen stellt.

Der PrĂ€sident des Weltwirtschaftsforums, Borge Brende, blickt trotz der aktuellen deutschen Konjunkturflaute zuversichtlich auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. «Ich bin optimistischer fĂŒr Deutschland, weil es eine industrielle Basis und Erfahrung hat», sagte Brende der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Dieses Wissen kann leicht von einem Bereich der Industrie auf neue ĂŒbertragen werden. Es steckt in den Köpfen der Menschen, in den Organisationen und Institutionen.» 

Deutschland galt schon einmal als kranker Mann Europas

Bereits jetzt investiere Deutschland mehr in neue GeschĂ€ftsfelder wie Halbleitertechnologien, Cloud- und Datencenter. Zudem habe das Land schon einmal vor rund 20 Jahren als kranker Mann Europas gegolten und habe daraufhin mit einer Reihe struktureller Reformen zur WettbewerbsfĂ€higkeit zurĂŒckgefunden. 

Derzeit indes stehen die Zeichen auf Stagnation. WĂ€hrend die globale Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als drei Prozent wachsen soll, haben die fĂŒhrenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose fĂŒr Deutschland jĂŒngst auf 0,1 Prozent fĂŒr das laufende Jahr reduziert.

Bei Investitionen nicht nachlassen

Das liege auch an den Nachwirkungen der einstigen AbhĂ€ngigkeiten von russischem Gas oder dem chinesischen Markt, betonte Borge. Die Strompreise in Deutschland sind nahezu doppelt so hoch wie in den USA. «FĂŒr Industrien, die in hohem Maße auf ElektrizitĂ€t als Inputfaktor angewiesen sind, ist es deshalb kurzfristig schwierig.» 

Deutschland habe aber bereits etwa mit FlĂŒssiggas Energie-Alternativen gefunden und exportiere inzwischen wieder mehr in die USA als nach China. 

Gleichwohl mĂŒsse das Land aufpassen, bei den Investitionen nicht nachzulassen. WĂ€hrend andere LĂ€nder aufgrund hoher Schulden derzeit kaum Spielraum dafĂŒr hĂ€tten, seien die deutschen HaushaltsbeschrĂ€nkungen in Form der Schuldenbremse selbst auferlegt. Das mache es schwieriger, in Infrastruktur oder Forschung und Entwicklung zu investieren oder auch Start- und Risikokapital zur VerfĂŒgung zu stellen. «Denn es besteht kein Zweifel, dass in den USA mehr Kapital fĂŒr Start-ups zur VerfĂŒgung steht als bei uns in Europa.»

@ dpa.de