Immobilien

Fertighausbauer rechnen nur noch mit leicht steigenden Preisen

05.12.2025 - 01:00:00

Die deutschen Fertighausbauer rechnen nicht mehr mit starken Preissteigerungen fĂŒr Kunden.

"NatĂŒrlich haben die gestiegenen Kosten fĂŒr Materialien, Löhne und Energie zu Preissteigerungen gefĂŒhrt", sagte der PrĂ€sident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Mathias SchĂ€fer, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). "Aber die Kurve flacht sich ab, es gibt nur noch einen leichten Anstieg. Signifikant gĂŒnstiger wird es aber nicht." Vor allem die energieintensiven Materialien hĂ€tten die Preise in die Höhe getrieben, etwa Glas, Beton oder auch Erdarbeiten.

Trotz der eingebrochenen Nachfrage sei die Fertighausbranche gut durch die Krise gekommen. Bis auf EinzelfĂ€lle seien Insolvenzen ausgeblieben, allerdings sei auch die BeschĂ€ftigung um 10 Prozent rĂŒcklĂ€ufig gewesen. Belasten wĂŒrde ein Streit mit der eigenen Berufsgenossenschaft, der mittlerweile juristisch geklĂ€rt wird und bei dem es um die Eingruppierung in einen neuen Gefahrentarif fĂŒr die Unfallversicherung geht. In diesem sogenannten 4. Gefahrentarif werden laut SchĂ€fer die Fertighausbauer in dieselbe Tarifstelle wie Zimmerer eingruppiert. "Das ist, als wĂŒrde man Bananen mit Zitronen vergleichen: Beides ist gelb, passt ansonsten aber ĂŒberhaupt nicht zusammen", sagte er. Die Folge sei eine hohe finanzielle Belastung fĂŒr die Fertigbauer. "Durch die neue Eingruppierung zahlen wir fĂŒr jeden gewerblichen Mitarbeiter jetzt das Doppelte: Das sind Mehrkosten von 1.000 Euro im Jahr pro Mitarbeiter", sagte SchĂ€fer. 70 Unternehmen wĂŒrden gegen die Eingruppierung klagen, ihre Mehrkosten wĂŒrden sich in den kommenden fĂŒnf Jahren auf rund 100 Millionen Euro belaufen. "Und das in einer Phase, in der es der Branche ohnehin nicht gut geht. Das ist nicht nur unanstĂ€ndig, das ist völlig daneben", sagte SchĂ€fer. "Wir wollen und könnten gĂŒnstiger bauen - aber nicht, wenn wir Unfallkosten bezahlen, die bei uns gar nicht entstehen. Wir verhindern durch diese Umgruppierung nicht einen Unfall, wir haben auch nicht mehr UnfĂ€lle, die eine Umgruppierung rechtfertigen wĂŒrden." SchĂ€fer ĂŒbte in diesem Zusammenhang Kritik an Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD). So habe man dem zustĂ€ndigen Bundesamt fĂŒr Soziale Sicherung ein Rechtsgutachten von Professorin Frauke Brosius-Gersdorf vorlegt, das belege, dass die Neugruppierung unzulĂ€ssig sei. Ein GesprĂ€ch sei aber nicht erfolgt. "Das werfe ich auch Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas vor, der das Amt untersteht. Es kann nicht sein, dass Ämter nicht einmal VorgĂ€nge prĂŒfen", sagte SchĂ€fer. Auch vom Bundesbauministerium habe man keine RĂŒckmeldung erhalten. "Es ist ein Widerspruch, wenn man sagt, dass man schneller, serieller, nachhaltiger bauen will, aber gleichzeitig die HĂŒrden immer weiter verstĂ€rkt", kritisierte SchĂ€fer.

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