DGB: Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen
07.04.2026 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deFahimi wies auĂerdem Klingbeils jĂŒngste Aussage, die Gesellschaft mĂŒsse insgesamt mehr arbeiten, zurĂŒck. Sie verneinte die Frage, ob Klingbeil damit recht habe. "Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen, hier wird grundsĂ€tzlich genug gearbeitet", sagte sie: "Oder was soll der Industriearbeiter, der gerade auf Kurzarbeit ist, von solchen Aussagen halten? Oder die 120.000 Menschen, die 2025 in der Industrie ihren Job verloren haben?"
In Vollzeit-Jobs werde in Deutschland "nicht weniger gearbeitet als im europĂ€ischen Ausland", sagte Fahimi. Deutschland habe eine ĂŒberproportional hohe Teilzeit-Quote, was aber "ein Grund zur Freude, nicht zur Klage" sei, denn damit sei die Frauen-Erwerbsquote deutlich gestiegen.
Den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder fĂŒr eine Stunde Mehrarbeit pro Woche wies die DGB-Chefin zurĂŒck. "Das sind technokratische Zahlenspiele, die an der RealitĂ€t vorbeigehen", sagte sie. Söder sei fĂŒr die Vereinbarung von Wochenarbeitszeiten nicht zustĂ€ndig. "Dieses politische Reinfummeln in Tarifvertragsverhandlungen ist der Versuch, die darin stattfindenden Verteilungskompromisse aufzuweichen", sagte Fahimi. "Das verbitte ich mir."
Kritisch Ă€uĂerte sich Fahimi zudem zu Klingbeils BefĂŒrchtung, die SPD werde zu sehr als Partei der TransferleistungsempfĂ€nger wahrgenommen. Dieses Feedback mĂŒsse die SPD "sehr ernst nehmen", sagte sie, und wieder stĂ€rker einem klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit folgen, statt sich in "kleinteiligen Kompromissen" zu verlieren. "Das Profil der SPD ist offenbar zu unscharf", sagte die einstige SPD-GeneralsekretĂ€rin.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

