Baden-WĂŒrttemberg, Deutschland

Hersteller der Weck-GlÀser insolvent - Suche nach Investoren

10.07.2023 - 06:21:42

Die EinmachglÀser von Weck kennt fast jeder, die Zukunft der Marke ist aber unklar: Im Juni hat die Firma Insolvenz angemeldet. Nun beginnt die Suche nach einem Investor.

Drei Wochen nach dem Insolvenzantrag beginnt beim Hersteller der bekannten Weck-GlÀser die Investorensuche. «In dieser Woche wird ein Kurzprofil mit Information zum Unternehmen verschickt. Dabei geht darum, mögliche Geldgeber auf die Investitionsmöglichkeit aufmerksam zu machen», sagte der vorlÀufige Weck-Insolvenzverwalter Thilo Braun der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt sollen mehr als 100 potenzielle Investoren angeschrieben werden.

Das Interesse war den Angaben zufolge bereits nach Bekanntwerden der Insolvenz groß. «Mehrere Interessenten haben sich eigenstĂ€ndig bei uns gemeldet. Die werden jetzt auch angeschrieben», sagte Braun. Der Experte fĂŒr Insolvenzrecht von der Kanzlei Nehrig, Braun und Sozien rechnet mit einem regen RĂŒcklauf. «Und dann wird ausgesiebt. Am Ende haben wir bestenfalls ein bis zwei Handvoll ernsthafte Interessenten. Und dann schauen wir, wo es am besten passt.»

«Durchaus noch PreisspielrÀume»

Üblicherweise dauere ein solcher Prozess vier bis fĂŒnf Monate, sagte Braun. In dieser Zeit soll der Betrieb wie gewohnt weitergehen - und an manchen Stellen optimiert werden, etwa beim Preis. «Wir haben den Eindruck, dass es sowohl bei den EinmachglĂ€sern als auch im Bereich Verpackungsglas durchaus noch PreisspielrĂ€ume gibt», sagte Braun. Denn die Nachfrage sei da. «Viele Wettbewerber bekommen ihr Glas wohl auch teurer verkauft. Also warum wir nicht auch?»

Der Absatz der bekannten EinmachglĂ€ser habe durch die Berichterstattung ĂŒber die Insolvenz angezogen. «Entweder, weil die Marke dadurch wieder ins Bewusstsein gerĂŒckt ist. Oder weil manche denken, dass es Weck nicht mehr lange gibt, und sie sich jetzt noch eindecken wollen», sagte Braun. Die BeschĂ€ftigten habe das noch einmal zusĂ€tzlich motiviert.

260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Weck hatte am 19. Juni Insolvenz angemeldet. Als GrĂŒnde wurden unter anderem eine zuletzt niedrigere Nachfrage und die hohen Energiepreise genannt. Konkret geht es um die Muttergesellschaft J. Weck GmbH und Co. KG mit Sitz in der Stadt Wehr und die Tochterfirma Weck Glaswerk GmbH. In SĂŒdbaden sind Verwaltung, Vertrieb und VerlagsgeschĂ€ft der Gruppe angesiedelt. 115 Menschen arbeiten dort. Das in Bonn ansĂ€ssige Glaswerk beschĂ€ftigt 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Traditionsunternehmen gibt es seit mehr als 123 Jahren und wird mittlerweile in vierter Generation gefĂŒhrt. Weck stellt aber nicht nur die bekannten EinmachglĂ€ser her. Einen Großteil des GeschĂ€fts macht der Betrieb mit der Herstellung von Glasverpackungen fĂŒr die Lebensmittelindustrie - zum Beispiel fĂŒr Gurken, Senf und Marmelade.

@ dpa.de

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