Bund oder LĂ€nder? Finanzierung der WĂ€rmewende
15.05.2024 - 05:03:43 | dpa.de
Die Energieminister der LĂ€nder wollen bei ihrer Konferenz mit dem Bund in Kiel ĂŒber die Finanzierung der WĂ€rme- und Energiewende beraten. Gerade im Bereich der WĂ€rmewende brauche es ĂŒber den vom Bund gegebenen aktuellen Rahmen hinaus Sicherheit fĂŒr die Folgejahre, wie die Finanzierung des Umbaus der WĂ€rmeversorgung geplant sei, sagte der schleswig-holsteinische EnergiestaatssekretĂ€r Joschka Knuth (GrĂŒne) vor beginnenden Tagung.
Der Bund gebe zwar 500 Millionen Euro fĂŒr die erstmalige Erstellung der WĂ€rmeplĂ€ne der LĂ€nder aus. Gleichzeitig seien jedoch alle Gemeinden verpflichtet, diese PlĂ€ne zur WĂ€rmeversorgung auch fortzuschreiben, weiterzuentwickeln und umzusetzen - dies werde weitere Kosten auslösen, die nicht bei den Gemeinden oder LĂ€ndern hĂ€ngen bleiben dĂŒrften. Zudem mĂŒsse die Finanzierung und Regulierung so begleitet werden, dass sie fĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher erschwinglich blieben.
Ziel: Klimaneutrale WĂ€rmeversorgung
Neben den Herausforderungen fĂŒr LĂ€nder und Kommunen bei der Umsetzung der Wende hin zu einer klimaneutralen WĂ€rmeversorgung sei fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher das Thema Preistransparenz und -gestaltung zentral, so Knuth. Denn nur dadurch könne Akzeptanz fĂŒr einen Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien beim Heizen entstehen. Daher wolle sich die schleswig-holsteinische Landesregierung fĂŒr eine Reform der FernwĂ€rmeverordnung einsetzen.
In dieser Verordnung werde der Preis unter anderem anhand vergleichbarer Brennstoffe berechnet, was durch den Vergleich mit fossilen Brennstoffen wie etwa Kohle, Ăl und Gas und die steigende Bepreisung von Kohlenstoffdioxid zu wachsenden Kosten fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher fĂŒhren wĂŒrde. Diese Berechnung ergibt laut Knuth jedoch wenig Sinn in einem WĂ€rmenetz, das nur aus erneuerbaren Energien gespeist werde.
Zu der Energieministerkonferenz treffen sich heute zunĂ€chst die StaatssekretĂ€rinnen und StaatssekretĂ€re der Ministerien. Erst morgen beginnt dann das eigentliche Treffen aller Energieminister von Bund und LĂ€ndern. Das Ziel der Tagung sei es, die Energiepolitik aller BundeslĂ€nder untereinander als auch mit dem Bund zu koordinieren, hieĂ es aus dem schleswig-holsteinischen Energiewendeministerium. Ein zweites Treffen ist fĂŒr November in BrunsbĂŒttel geplant.
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