Trump-Berater, Entlassung

Trump-Berater verteidigt Entlassung von Statistikchefin

03.08.2025 - 19:06:12 | dpa.de

Die Entscheidung von US-PrĂ€sident Donald Trump, die Chefin des Amtes fĂŒr Arbeitsmarktstatistik zu entlassen, sorgt in den USA fĂŒr viel Kritik - doch Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett verteidigt den Schritt.

Auf die Frage, ob die Regierung irgendwelche Beweise dafĂŒr habe, dass die Arbeitsmarktzahlen manipuliert worden seien, sagte Hassett dem Sender NBC News: "Nun, der Beweis ist, dass es eine Reihe von Revisionen gab."

Diese könnten zu parteiisch wirken. Auf das Nachhaken, ob es auch handfeste Beweise gebe, antwortete Hassett: "Ich denke, die Revisionen sind handfeste Beweise."

Trump hatte angesichts ĂŒberraschend schwacher Arbeitsmarktzahlen am Freitag verkĂŒndet, die Chefin des Amtes fĂŒr Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer, entlassen zu wollen. Er warf ihr vor, Arbeitsmarktzahlen fĂŒr politische Zwecke manipuliert zu haben.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der US-Arbeitsmarkt zu Beginn des Sommers deutliche Anzeichen einer SchwĂ€che gezeigt hat. FĂŒr den Zeitraum Mai und Juni revidierte das Arbeitsministerium die Zahl der neuen Stellen um insgesamt 258.000 nach unten.

Korrekturen der Zahlen im Nachgang sind ĂŒblich, der Umfang dieses Mal allerdings nicht. Ökonomen erklĂ€ren die enttĂ€uschenden Arbeitsmarktdaten auch mit Auswirkungen der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung.

Von Trump ernannter Ex-Chef des Amtes: "völlig unbegrĂŒndet"

In den USA gibt es heftige Kritik an der Entlassung McEntarfers - etwa vom frĂŒheren Chef des Amtes fĂŒr Arbeitsmarktstatistik, William Beach. Er wurde von Trump fĂŒr den Posten ernannt und bezeichnete die Entlassung seiner Nachfolgerin am Freitag auf X als völlig unbegrĂŒndet. Dies schaffe einen gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall und untergrabe die statistische Aufgabe des Amtes.

In einem GesprĂ€ch mit dem Nachrichtenportal "Politico" fĂŒhrte er aus, dass Hunderte Menschen an den Zahlen arbeiteten - und etwa 40 Personen sie fertigstellten. Dabei handele es sich um professionelle Leute, die ihren Job unter Republikanern wie Demokraten gemacht hĂ€tten. Die Chefin des Amtes habe keinerlei Einfluss auf die Daten und könne sie auch nicht einsehen, bevor sie vollstĂ€ndig fertiggestellt seien, sagte er. Beach bezeichnete jegliche Einflussnahme aus ihrer Position heraus daher als sehr unwahrscheinlich.

Der demokratische Senator Chris Murphy schrieb auf X, Trumps Vorgehen sei ein weiterer Schritt in Richtung Autoritarismus: "Wahrheit wird durch Propaganda ersetzt." Das hÀtten auch die Sowjets gemacht.

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