IEA: Deutliche VerÀnderungen im Energiesektor bis 2030
24.10.2023 - 06:14:12 | dpa.deMehr E-Autos auf den StraĂen, mehr WĂ€rmepumpen in den HĂ€usern, mehr Strom aus Photovoltaik - der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge wird die Welt hinsichtlich der Energieversorgung bereits Ende des Jahrzehnts entschieden anders aufgestellt sein als noch heute. Das teilte die in Paris ansĂ€ssige Organisation zur Veröffentlichung ihres diesjĂ€hrigen Energieausblicks mit. Doch der Bericht schaut nicht nur auf den Strommix der Zukunft, sondern nimmt auch Sicherheit und den Klimawandel in den Blick. Zentrale Punkte:
Erneuerbare Energien weiten sich aus
«Der phÀnomenale Aufstieg sauberer Energietechnologien wie Solarkraft, Windkraft, E-Autos und WÀrmepumpen gestaltet um, wie wir alles von Fabriken und Fahrzeugen zu HaushaltsgerÀten und Heizsystemen antreiben», schreibt die IEA. 2030 sollen saubere Energien mit knapp 50 Prozent erheblich stÀrker im Strommix vertreten sein als heute. Derzeit machen sie einen Anteil von etwa 30 Prozent aus.
Konkret prognostiziert die IEA, dass dann etwa zehn mal so viele Elektroautos auf den StraĂen fahren und WĂ€rmepumpen und andere elektrische Heizsysteme weltweit hĂ€ufiger verkauft wĂŒrden als Boiler mit Fossilenergie. Photovoltaik soll dann mehr ElektrizitĂ€t generieren als das gesamte US-Stromsystem heute. Allein die Investitionen in Offshore-Windprojekte sollen dreimal höher liegen als in neue Kraftwerke, die mit Kohle oder Gas betrieben werden.
Der Anstieg der Erneuerbaren wirkt sich der IEA zufolge ebenso wie strukturelle wirtschaftliche VerĂ€nderungen auf fossile Brennstoffe aus. Erstmals sieht der Energieausblick basierend auf den aktuellen politischen Rahmenbedingungen die Nachfragehochs fĂŒr Kohle, Ăl und Erdgas in diesem Jahrzehnt erreicht. Schon 2025 könnte dann der höchste Wert von energiebedingten CO2-Emissionen ausgestoĂen worden sein, die Fossilen 2030 nur noch 73 Prozent der weltweiten Energieversorgung ausmachen - statt wie seit Jahrzehnten 80 Prozent.
1,5-Grad-Ziel nur durch deutliche MaĂnahmen erreichbar
Doch der IEA zufolge bleibt der Hunger nach fossilen Brennstoffen damit noch viel zu hoch, um das Ziel zu erreichen, die Erderhitzung auf 1,5 Grad gegenĂŒber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Organisation schlĂ€gt vor, die weltweite KapazitĂ€t von Erneuerbaren zu verdreifachen, bei Verbesserungen der Energieeffizienz merklich mehr Tempo zu machen und Methan-Emissionen von Fossilen um Drei Viertel zu reduzieren. AuĂerdem mĂŒssten Mechanismen geschaffen werden, um Investitionen in saubere Energien in Ă€rmeren LĂ€ndern in die Höhe zu treiben. Schlussendlich mĂŒssten Fossile zudem weniger genutzt werden.
Die internationale Staatengemeinschaft strebt das 1,5-Grad-Ziel an, um die Ăberschreitung gefĂ€hrlicher Kipppunkte mit unumkehrbaren Konsequenzen zu vermeiden und die katastrophalsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. DafĂŒr sind die bislang geplanten MaĂnahmen der Staaten jedoch lĂ€ngst nicht ambitioniert genug. Derzeit steuert die Erde den Vereinten Nationen zufolge eher auf mehr als 2,5 Grad ErwĂ€rmung zu.
Energiesicherheit weiter unter Druck
Die drohende hohe ErderwĂ€rmung birgt auch Gefahren fĂŒr den Energiesektor, wie die IEA schreibt. Denn die Energiesysteme seien fĂŒr eine kĂ€ltere Welt mit weniger extremem Wetter gebaut worden. Allgemein seien die EnergiemĂ€rkte weiterhin angespannt, auch wenn der Druck leicht nachgelassen habe.
«Das Risiko weiterer BeeintrĂ€chtigungen ist omniprĂ€sent», schĂ€tzt die IEA. «Fortlaufende KĂ€mpfe in der Ukraine mehr als ein Jahr nach der russischen Invasion werden nun von dem Risiko eines langwierigen Konflikts im Nahen Osten begleitet.» Auf dem Gasmarkt könnte es der IEA zufolge jedoch bald Entspannung geben. Zahlreiche neue LNG-Projekte ab 2025 wĂŒrden die KapazitĂ€t deutlich steigern, die Preise senken und VersorgungsĂ€ngste mildern, wenngleich es gar zu einem Ăberangebot kommen könnte.
Einflussfaktor China
Chinas Wirtschaft durchlebe strukturelle VerĂ€nderungen, deren AusmaĂ noch nicht vollumfĂ€nglich bekannt seien, schreibt die IEA. Die Energienachfrage des Landes könnte Mitte des Jahrzehnts ihr Hoch erreichen, der Bedarf an Fossilen sowie die fossilen Emissionen dĂŒrften sinken - mit Folgen fĂŒr den globalen Energiesektor.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

