Konjunktur, Zusammenfassung

EU bringt gegen Willen Ungarns Ukraine-MilitÀrhilfe auf den Weg

24.06.2024 - 14:00:39 | dpa.de

Die EU bringt gegen den Willen der ungarischen Regierung rund 1,4 Milliarden Euro fĂŒr MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine auf den Weg.

Bei einem Außenministertreffen in Luxemburg sei das geplante Verfahren dafĂŒr am Montag gebilligt worden, bestĂ€tigten mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur. Dieses sieht vor, dass Ungarn gegen die Entscheidung kein Veto einlegen kann, weil sie als Entscheidung eingestuft wird, die per Mehrheitsbeschluss getroffen werden kann.

Ungarn blockiert seit Monaten die Auszahlung von EU-Geldern fĂŒr MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine. Die Regierung in Budapest begrĂŒndet dies mit Zweifeln an der Effizienz der UnterstĂŒtzung des angegriffenen Landes und Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. In BrĂŒssel geht man allerdings davon aus, dass es ihr auch darum geht, wegen Rechtsstaatsbedenken eingefrorene EU-Gelder fĂŒr Ungarn freizupressen.

Die rund 1,4 Milliarden Euro, um die es jetzt geht, sind ZinsertrĂ€ge aus eingefrorenem Vermögen der russischen Zentralbank in der EU. Diese fĂŒr die Ukraine zu nutzen, war bereits vor mehreren Wochen von der EU grundsĂ€tzlich beschlossen worden. Wegen der ungarischen Veto-Politik war aber zunĂ€chst unklar gewesen, wann sie verwendet werden können.

Das nun gewĂ€hlte Verfahren sieht vor, dass das Geld an LĂ€nder wie Deutschland oder Tschechien fließt, die der Ukraine dann damit zeitnah AusrĂŒstung fĂŒr die Luftverteidigung oder Artilleriegeschosse zur VerfĂŒgung stellen.

Nach Kommissionsangaben sind rund 210 Milliarden Euro der russischen Zentralbank in der EU eingefroren. Das in BrĂŒssel ansĂ€ssige Finanzinstitut Euroclear hatte zuletzt mitgeteilt, 2023 rund 4,4 Milliarden Euro an Zinsen eingenommen zu haben.

Den Vorschlag zur indirekten Verwendung russischer Gelder fĂŒr die Ukraine hatten EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell den Regierungen der EU-Staaten im MĂ€rz ĂŒbermittelt. Er sieht vor, dass 90 Prozent der nutzbaren ZinsertrĂ€ge aus der Verwahrung russischer Zentralbank-Gelder in den EU-Fonds fĂŒr die Finanzierung militĂ€rischer AusrĂŒstung und Ausbildung geleitet werden sollen. Die restlichen zehn Prozent sollen fĂŒr direkte Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine genutzt werden.

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