EU-Staaten, Grundlage

EU-Staaten legen Grundlage fĂŒr Nutzung russischer Gelder fĂŒr Ukraine

12.02.2024 - 19:10:37

Die EU hat die Grundlage fĂŒr die Nutzung von ErtrĂ€gen aus der Verwahrung eingefrorener russischer Zentralbank-Gelder fĂŒr die Ukraine geschaffenen.

Wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte, wurden am Montag zwei Gesetzestexte dafĂŒr angenommen. Sie regeln unter anderem, dass außerordentliche ErtrĂ€ge aus der Verwahrung der Zentralbank kĂŒnftig gesondert aufbewahrt werden mĂŒssen. In einem zweiten Schritt ist dann geplant, ErtrĂ€ge fĂŒr den Wiederaufbau der von Russland angegriffenen Ukraine bereitzustellen.

SchĂ€tzungen zufolge könnte jĂ€hrlich eine Summe in Milliardenhöhe anfallen, da in der EU nach Kommissionsangaben mehr als 200 Milliarden der russischen Zentralbank eingefroren wurden und die ErtrĂ€ge aus der Verwahrung des Kapitals laufend steigen. Das in BrĂŒssel ansĂ€ssige Finanzinstitut Euroclear hatte zuletzt mitgeteilt, 2023 rund 4,4 Milliarden Euro an Zinseinnahmen gemacht zu haben, die in Verbindung zu Russlandsanktionen stehen. Euroclear ist in der EU das mit Abstand wichtigste Institut, das Vermögenswerte der russischen Zentralbank verwahrt.

EU-Beamte betonen unterdessen, dass es bei dem Projekt zunĂ€chst einmal nur um Einnahmen gehe, die Euroclear außerplanmĂ€ĂŸig wegen der EU-Sanktionen gegen die russische Zentralbank mache. Es ist demnach vorerst keine Enteignung im eigentlichen Sinne geplant.

Als ein Grund dafĂŒr gelten rechtliche Bedenken und wahrscheinliche Vergeltungsmaßnahmen. Moskau hatte die EU bereits im vergangenen Jahr davor gewarnt, das Eigentum des russischen Staates oder russischer BĂŒrger zu konfiszieren. Denkbar wĂ€re es beispielsweise, dass dann auch in Russland tĂ€tige Unternehmen aus EU-LĂ€ndern zwangsenteignet werden. Zudem könnte eine direkte Nutzung der russischen Vermögenswerte auch dazu fĂŒhren, dass andere Staaten und Anleger das Vertrauen in den europĂ€ischen Finanzplatz verlieren und Vermögen aus der EU abziehen.

Den EU-Angaben vom Montag zufolge könnten die ErtrĂ€ge aus der Verwahrung eingefrorener russischer Zentralbank-Gelder kĂŒnftig ĂŒber den EU-Haushalt an das geplante neue Finanzinstrument zur UnterstĂŒtzung der Ukraine weitergeleitet werden. Die sogenannte Ukraine-FazilitĂ€t soll bis Ende 2027 Finanzhilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro ermöglichen.

@ dpa.de