EU-Staaten machen Weg fĂŒr Auto-Zölle frei
04.10.2024 - 11:15:29Es hat sich keine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten gegen das Vorhaben ausgesprochen, wie mehrere EU-Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigten. Damit kann die EU-Kommission entscheiden, die Abgaben in Höhe von bis zu 35,3 Prozent einzufĂŒhren.
Deutschland konnte sich nicht mit seiner Position durchsetzen. Das bevölkerungsreichste EU-Land stimmte in BrĂŒssel zwar gegen die Zölle, um diese verhindern zu können, hĂ€tte sich aber eine Mehrheit der EU-Staaten gegen das Vorhaben aussprechen mĂŒssen, die zusammen mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU ausmachen.
Dabei war sich aber auch die Bundesregierung zunĂ€chst uneinig, bis Kanzler Olaf Scholz (SPD) kurz vor der Abstimmung eine Entscheidung herbeigefĂŒhrt hatte. In der Ampel-Koalition drangen die FDP-gefĂŒhrten Ministerien fĂŒr Finanzen und fĂŒr Verkehr auf ein deutsches Nein in BrĂŒssel. Auch Scholz Ă€uĂerte sich kritisch zu möglichen Strafzöllen. Die grĂŒn gefĂŒhrten Wirtschafts- und AuĂenministerien hatten dafĂŒr plĂ€diert, sich bei der Abstimmung zu enthalten, um weiter nach einer Verhandlungslösung mit China zu suchen.
Die EuropĂ€ische Kommission hatte die zusĂ€tzlichen Zölle angekĂŒndigt, nachdem eine Untersuchung Peking vorgeworfen hatte, E-Autos mit Subventionen zu fördern, die den Markt in der EU verzerren. Ob die Einfuhrzölle Anfang November in Kraft treten werden, liegt in der Hand der Kommission. Wenn aber noch rechtzeitig eine Lösung mit China am Verhandlungstisch erreicht wird, können die Zölle gestoppt werden.

