EU kontert Trumps Kritik am Handelsdefizit
22.01.2025 - 16:43:14Das von Trump behauptete Handelsdefizit von 350 Milliarden Dollar zuungunsten der USA gebe es nicht, sagte ein Sprecher in BrĂŒssel. Fakt sei, dass die EU und die USA komplementĂ€re StĂ€rken hĂ€tten. "Wir haben einen Ăberschuss im Warenhandel, wĂ€hrend die USA einen Ăberschuss im Dienstleistungshandel haben", sagte er.
Trump hatte am Montag in einer Pressekonferenz von einem Handelsdefizit in Höhe von 350 Milliarden Dollar gesprochen und der EuropĂ€ischen Union erneut mit Zöllen gedroht. "Sie behandeln uns sehr, sehr schlecht. Also werden sie mit Zöllen rechnen mĂŒssen", sagte er bei einer Pressekonferenz im WeiĂen Haus. Zölle seien der einzige Weg, um Fairness zu erreichen und sich zu revanchieren. Trump beklagte, die EuropĂ€ische Union wĂŒrde keine Autos und keine landwirtschaftlichen Produkte aus den USA kaufen.
EU-Zahlen zeigen ein etwas anderes Bild
Nach EU-Zahlen wurden 2023 US-Waren im Wert von 347,1 Milliarden Euro in die EU exportiert, wĂ€hrend aus der EU Waren im Wert von 503,8 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten ausgefĂŒhrt wurden. Zugleich gab es Angaben des Sprechers zufolge US-Dienstleistungsexporte in die EU im Wert von 396,4 Milliarden, andersherum waren es Dienstleistungen im Wert von 292,4 Milliarden Euro.
Der Kommissionssprecher sagte, Ziel sei es, in konstruktiver Weise mit der neuen US-Regierung zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sei man aber bereit, die legitimen Interessen der EU zu verteidigen, falls dies notwendig werden sollte.
Der SPD-Handelsexperte Bernd Lange erklĂ€rte im Europaparlament in StraĂburg, er sehe auch bei Trump Verhandlungsbereitschaft. Um das Warenhandelsdefizit zu senken, könnte die EU beispielsweise mehr FlĂŒssigerdgas (LNG), MilitĂ€rtechnik und AgrargĂŒter aus den USA importieren. Zudem wĂ€re es möglich, die Importzölle fĂŒr US-Autos zu senken. Diese lĂ€gen mit zehn Prozent derzeit deutlich ĂŒber dem US-Zollsatz in Höhe von 2,5 Prozent.

