EU-Kommission, Lieferkettengesetz

EU-Kommission will Lieferkettengesetz nicht abschaffen

12.05.2025 - 14:13:20

Die EU-Kommission stellt sich gegen die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz, das europÀische Lieferkettengesetz abzuschaffen.

Die Position der Kommission zur Lieferkettenrichtlinie sei öffentlich bekannt, es gehe um Vereinfachung, sagte eine Sprecherin der Behörde in BrĂŒssel. "Es geht nicht darum, sie abzuschaffen."

Bei seinem Antrittsbesuch in BrĂŒssel hatte Merz am Freitag in zwei Pressekonferenzen gefordert, die europĂ€ische Lieferkettenrichtlinie abzuschaffen. "Wir werden in Deutschland das nationale Gesetz aufheben. Ich erwarte auch von der EuropĂ€ischen Union, dass sie diesen Schritt nachvollzieht und diese Richtlinie wirklich aufhebt", sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz mit EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen.

Gegenwind auch aus der SPD

Gegenwind bekommt der Bundeskanzler auch von Europaabgeordneten seines Koalitionspartners. "Eine Abschaffung des EU-Lieferkettengesetzes liegt nicht auf dem Tisch", sagte der Delegationsvorsitzende der SPD-Europaabgeordneten, RenĂ© Repasi. Dies habe auch weder im Europaparlament noch unter den EU-Staaten eine Mehrheit. Man stehe aber Änderungen offen gegenĂŒber, die Entlastungen fĂŒr Unternehmen bedeuteten. Das Ziel, Zwangsarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einzudĂ€mmen, bleibe aber bestehen.

Die Umsetzung des EU-Lieferkettengesetzes sei im deutschen Koalitionsvertrag beschrieben, betonte Repasi. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag steht, dass das deutsche Lieferkettengesetz von einem Gesetz ĂŒber die internationale Unternehmensverantwortung ersetzt werden soll, "das die EuropĂ€ische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) bĂŒrokratiearm und vollzugsfreundlich umsetzt".

@ dpa.de