Keine Mehrheit fĂŒr EU-Vorschlag zu Ausnahme bei Umweltregel
09.02.2024 - 17:39:27PlĂ€ne der EU-Kommission fĂŒr eine Lockerung von Umweltauflagen fĂŒr europĂ€ische Bauern haben nach Angaben des Bundesagrarministeriums vorerst keine Mehrheit unter den Mitgliedstaaten erhalten.
«Das Abstimmungsergebnis ist die Quittung fĂŒr den aktuellen Zickzackkurs der Kommission», sagte Ressortchef Cem Ăzdemir. «Panik war noch nie ein guter Ratgeber, erst recht nicht dort, wo Betriebe auf lĂ€ngerfristige Planungssicherheit angewiesen sind.»
Einen ersten Vorschlag fĂŒr die Lockerung hatte die Kommission vor gut einer Woche vorgestellt. Am Mittwoch habe die EU-Kommission dann ĂŒberraschend einen neuen Entwurf zur Abstimmung vorgelegt, erklĂ€rte das Ministerium. Dieses Hin und Her gehe zulasten der Planungssicherheit â die sei es aber, die die Landwirtinnen und Landwirte dringend benötigten. Auch Deutschland habe daher dem Vorschlag nicht zustimmen können. Wenn im zustĂ€ndigen Ausschuss keine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten fĂŒr beziehungsweise gegen das Vorhaben stimmt, kann die EU-Kommission die Ausnahmen eigenstĂ€ndig in Kraft setzen.
Geplant ist, dass rĂŒckwirkend zum 1. Januar die Vorgabe ausgesetzt wird, vier Prozent des Ackerlandes brachliegen zu lassen oder unproduktiv zu nutzen. Dadurch soll eigentlich die Umwelt geschĂŒtzt werden, damit sich etwa Böden erholen können. Voraussetzung fĂŒr die Ausnahme ist, dass Bauern im Gegenzug auf vier Prozent ihrer AckerflĂ€chen stickstoffbindende Pflanzen wie Linsen oder Erbsen beziehungsweise ZwischenfrĂŒchte anbauen. Im ersten Vorschlag der Kommission von vergangener Woche war von sieben Prozent die Rede.
UmweltverbĂ€nde warfen der EU-Kommission vor, Umweltstandards zu opfern und «enorme ökologische SchĂ€den in Kauf» zu nehmen. FlĂ€chen fĂŒr die Artenvielfalt seien eine Notwendigkeit fĂŒr den Erhalt intakter Agrarökosysteme, hieĂ es in einer Mitteilung mehrerer Umweltorganisationen wie dem BUND und WWF.


