EU-Staaten einigen sich auf BeitrittsgesprÀche mit Ukraine und Moldau
14.06.2024 - 22:43:18Das teilte die belgische RatsprĂ€sidentschaft am Freitag in BrĂŒssel mit. Die Entscheidung soll kommende Woche auf einem EU-Ministertreffen formell abgesegnet werden.
Eigentlich wollten die EU-LĂ€nder bei dem Treffen ihrer stĂ€ndigen Vertreter an diesem Freitag ĂŒber ein 14. Sanktionspaket gegen Russland sprechen. Deutschland hatte jedoch zuvor Bedenken gegen die PlĂ€ne geĂ€uĂert, die noch nicht aus dem Weg gerĂ€umt wurden.
Die jetzige Einigung auf den Start von BeitrittsgesprĂ€chen mit der Ukraine und Moldau ist ein wichtiges Zeichen - insbesondere in Richtung Kiew. Am Samstag startet die Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz. Ziel des Gipfels ist es, eine möglichst breite internationale UnterstĂŒtzung fĂŒr den ukrainischen Friedensplan mit einem vollstĂ€ndigen Abzug Russlands vom ukrainischen Territorium zu gewinnen.
Die EU-Kommission hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass sie alle Voraussetzungen fĂŒr den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau als erfĂŒllt ansieht. Dazu gehörten unter anderem MaĂnahmen zur KorruptionsbekĂ€mpfung, fĂŒr einen besseren Schutz von nationalen Minderheiten und zur EinschrĂ€nkung des politischen Einflusses von Oligarchen.
Der Beginn von BeitrittsgesprĂ€chen mit der von Russland angegriffenen Ukraine und deren kleinem Nachbarstaat Moldau war bereits bei einem EU-Gipfel im Dezember grundsĂ€tzlich beschlossen worden. Gleichzeitig wurde aber vereinbart, dass vor dem Verhandlungsstart alle Reformauflagen erfĂŒllt sein mĂŒssen. Voraussetzung war zudem, dass alle EU-Staaten dem sogenannten Verhandlungsrahmen zugestimmt haben, mit dem Leitlinien und GrundsĂ€tze fĂŒr die BeitrittsgesprĂ€che festgelegt werden.
FĂŒr die Menschen in der Ukraine gilt die Eröffnung von EU-Beitrittsverhandlungen vor allem als wichtiges Zeichen dafĂŒr, dass es sich lohnt, den Abwehrkampf gegen Russland weiter fortzusetzen. Wie lange es nach einem Start der GesprĂ€che bis zum EU-Beitritt dauern könnte, ist völlig offen. Die TĂŒrkei etwa wurde bereits 1999 EU-Kandidat - und gilt derzeit unter anderem wegen RĂŒckschritten bei der Rechtsstaatlichkeit weiter von einer Mitgliedschaft entfernt als alle anderen Beitrittskandidaten.
Theoretisch kann ein Beitrittskandidat auch nie Mitglied werden. Bei der Ukraine gilt es derzeit so auch als ausgeschlossen, dass sie vor dem Ende des russischen Angriffskriegs EU-Mitglied wird. Denn dann könnte Kiew nach Artikel 42, Absatz 7 des EU-Vertrags militÀrischen Beistand einfordern und die EU wÀre Kriegspartei.

