ROUNDUP, EU-Staaten

EU-Staaten fordern sofortige Feuerpause im Gaza-Krieg

21.03.2024 - 22:03:36

Die EU-Staaten verschĂ€rfen ihren Ton gegenĂŒber Israel und fordern angesichts der dramatischen Notlage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen eine sofortige Feuerpause.

Das teilte EU-RatsprĂ€sident Charles Michel am Donnerstagabend nach GesprĂ€chen der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in BrĂŒssel mit. Diese solle zu einem nachhaltigen Waffenstillstand, zur bedingungslosen Freilassung aller im Gazastreifen festgehaltener Geiseln und zur Bereitstellung humanitĂ€rer Hilfe fĂŒhren, heißt es in einer von den Staats- und Regierungschefs verabschiedeten ErklĂ€rung.

Israel wird zudem aufgefordert, in Rafah im Ă€ußersten SĂŒden des Gazastreifens keine Bodenoffensive zu beginnen, die die bereits katastrophale humanitĂ€re Lage verschlimmern und die dringend benötigte Grundversorgung mit humanitĂ€rer Hilfe verhindern wĂŒrde. In der Stadt leben derzeit rund 1,5 Millionen Zivilisten - die meisten von ihnen sind FlĂŒchtlinge aus anderen Teilen des Gazastreifens.

Als Hintergrund der Forderung wird auch die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes vom 26. Januar genannt. Durch sie wurde Israel völkerrechtlich verbindlich aufgetragen, alles zu tun, um einen Völkermord im Gazastreifen zu verhindern. Alle Konfliktparteien mĂŒssten sich an internationales Recht inklusive des humanitĂ€ren Völkerrechts halten.

Der Einigung auf die ErklĂ€rung waren wochenlange Diskussionen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. UrsprĂŒnglich sollten bereits bei Gipfeltreffen im Dezember und Anfang Februar ErklĂ€rungen zum Nahost-Konflikt veröffentlicht werden. Doch hatten sich die Staaten nicht auf eine Linie einigen können. Vor allem LĂ€nder wie Österreich, Tschechien und Ungarn halten es eigentlich fĂŒr unangebracht, Israel nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel vom 7. Oktober zu großer ZurĂŒckhaltung aufzufordern. Auf der anderen Seite stehen LĂ€nder wie Spanien, die das Vorgehen Israels im Gazastreifen fĂŒr völkerrechtswidrig halten und sich eine stĂ€rkere Reaktion der EU wĂŒnschen. Deutschland, das anfangs noch im Lager der grĂ¶ĂŸten Israel-UnterstĂŒtzer war, nimmt mittlerweile eine Mittelposition ein.

Auslöser des israelischen Einsatzes im Gazastreifen ist ein Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel verĂŒbt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und ab Ende Oktober auch mit einer Bodenoffensive. Als Folge des MilitĂ€reinsatzes starben im Gazastreifen nach Angaben der zur Hamas gehörenden Gesundheitsbehörde deutlich mehr als 30 000 Menschen. Mehr als 74 000 weitere wurden demnach verletzt.

@ dpa.de