PrĂŒfer, EU-Regeln

PrĂŒfer: EU-Regeln gegen Steuervermeidung lĂŒckenhaft

28.11.2024 - 17:06:50 | dpa.de

Die EU-Vorschriften zum Schutz vor Steuervermeidung durch Unternehmen reichen nach EinschÀtzung des EuropÀischen Rechnungshofes nicht aus.

Internationale Konzerne wenden den PrĂŒfern mit Sitz in Luxemburg zufolge zunehmend komplexe Strategien an, um ihre Steuerlast zu verringern. Laut einem Bericht der EU-Kommission werden die Verluste bei Steuereinnahmen in der EU durch Gewinnverlagerungen von Konzernen auf bis zu 100 Milliarden pro Jahr geschĂ€tzt.

Unterschiedliche Steuersysteme in den MitgliedslÀndern

So nutzten Konzerne etwa LĂŒcken und Unterschiede in den Steuersystemen verschiedener LĂ€nder, was laut Rechnungshof zu unfairem Wettbewerb zwischen Unternehmen und zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen den Mitgliedstaaten fĂŒhren kann. "Da einige EU-LĂ€nder dadurch erhebliche SteuerausfĂ€lle erleiden könnten, mĂŒssten letzten Endes andere Steuerzahler die entgangenen Einnahmen durch höhere BeitrĂ€ge ausgleichen."

Dennoch gestalteten die Mitgliedsstaaten weiterhin ihre eigenen Steuergesetze und -systeme. Die EU-Kommission könne nur tĂ€tig werden, wenn der EU-Binnenmarkt mutmaßlich verzerrt werde. "Die Kommission sollte ihre begrenzten Befugnisse in diesem Bereich ausreizen: Sie sollte die vorhandenen LĂŒcken schließen, ihre Leitlinien fĂŒr die EU-LĂ€nder weiterentwickeln, um schĂ€dlichen Steuerpraktiken klar Einhalt zu gebieten, und fĂŒr die rasche Entwicklung eines gemeinsamen LeistungsĂŒberwachungssystems sorgen", forderte ldikĂł GĂĄll-Pelcz vom Rechnungshof.

EU-Kommission: BekÀmpfung von Steuervermeidung ist PrioritÀt

Nach Angaben der PrĂŒfer werden die EU-Rechtsvorschriften auf diesem Gebiet ausgeweitet. In den letzten Jahren hĂ€tten drei neue EU-Richtlinien unter anderem darauf abgezielt, EU-weit gemeinsame Vorschriften zur EindĂ€mmung schĂ€dlicher Steuerpraktiken festzulegen. Die EU-Kommission habe jedoch offengelassen, wie diese Vorschriften in der Praxis angewendet werden sollen, bemĂ€ngeln sie. LĂŒcken und unklare Definitionen fĂŒhrten zu unterschiedlichen Auslegungen in den einzelnen Mitgliedstaaten.

Von der EU-Kommission heißt es: "Die BekĂ€mpfung der Steuervermeidung und die GewĂ€hrleistung eines fairen Steuerwettbewerbs zĂ€hlen nach wie vor zu den wichtigsten PrioritĂ€ten der EU." Zwar seien viele Maßnahmen ergriffen worden, doch könne sich die EU nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, da sich der Steuerwettbewerb weiterentwickelt. Verschiedene Gesetze und Richtlinien seien in Arbeit. Die Kommission unterstĂŒtze die Mitgliedstaaten bei der Analyse von SteuerlĂŒcken.

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