EU-LĂ€nder stimmen fĂŒr Austritt aus umstrittenem Energieabkommen
07.03.2024 - 15:19:09Die EU-LĂ€nder verstĂ€ndigten sich am Donnerstag in BrĂŒssel auf einen Austritt aus dem sogenannten Energiecharta-Vertrag, wie mehrere EU-Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten. Das Europaparlament muss der Entscheidung noch zustimmen. Das aber dĂŒrfte Formsache sein.
Die Bundesregierung hatte den Austritt Deutschlands aus dem Vertrag bereits Ende 2022 beschlossen. Auch andere EU-LĂ€nder wie Frankreich, die Niederlande und Spanien hatten den RĂŒckzug angekĂŒndigt, Italien war bereits 2016 ausgetreten. Die Ausstiegsfrist betrĂ€gt 20 Jahre. "Die EU tritt nun aus, wir sind schon raus und auch viele andere Mitgliedsstaaten. Das passt einfach nicht mehr in diese Zeit", sagte WirtschaftsstaatssekretĂ€r Sven Giegold (GrĂŒne) am Donnerstag in BrĂŒssel.
Das 1998 in Kraft getretene Abkommen war geschaffen worden, um Investitionen in Gas-, Ăl-, und Kohleprojekte zu schĂŒtzen und steht bei Umweltorganisationen schon lĂ€nger in der Kritik. Es erlaubt Investoren etwa Klagen gegen Staaten vor Schiedsgerichten. Dahinter steckt die Absicht, Unternehmen beim Investieren Sicherheit zuzusichern.
Grundlage der Entscheidung war ein Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission. Die BrĂŒsseler Behörde hatte einen Austritt schon im vergangenen Jahr vorgeschlagen. Die LĂ€nder waren sich aber zunĂ€chst nicht einig geworden. "Es gab die Hoffnung, dass man durch eine entsprechende Umgestaltung des Energiecharta-Vertrags dafĂŒr sorgen kann, dass schlechte Regeln nicht zu lange gelten. Daher gab es da unterschiedliche Haltungen", sagte Giegold. Ein Vorschlag der Kommission zur Modernisierung des Vertrags soll im FrĂŒhsommer diskutiert werden.

