Strategiecheck, EZB

Strategiecheck: EZB setzt auf FlexibilitÀt gegen Inflation

30.06.2025 - 14:35:14

Die EuropĂ€ische Zentralbank hĂ€lt sich nach einer ÜberprĂŒfung ihrer geldpolitischen Strategie alle Optionen im Kampf gegen die Inflation offen.

Sie behÀlt ihr Inflationsziel von zwei Prozent bei und betont zugleich ihre FlexibilitÀt, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. "Symmetrie bedingt eine angemessen kraftvolle oder lang anhaltende geldpolitische Reaktion auf starke, dauerhafte Abweichungen der Inflationsrate vom Zielwert in beide Richtungen", erklÀrte die Notenbank. Das Inflationsumfeld werde unsicherer.

Alle geldpolitischen Instrumente, die der EZB-Rat habe, blieben erhalten, so die Notenbank: "Durch eine ausreichende FlexibilitÀt" beim Einsatz werde es möglich sein, "agil auf VerÀnderungen im Inflationsumfeld zu reagieren".

RegelmĂ€ĂŸiges Feilen an Strategie

Die EZB ĂŒberprĂŒft in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden ihre geldpolitische Strategie. 2021 hatte sie ihr Inflationsziel neu formuliert und sich dabei mehr FlexibilitĂ€t gewĂ€hrt. Seither strebt die EZB fĂŒr den Euroraum eine jĂ€hrliche Inflationsrate von zwei Prozent an, zuvor sprach sie von PreisstabilitĂ€t von "unter, aber nahe zwei Prozent". Damit muss die Notenbank nicht bei jeder Abweichung der Inflation von ihrem Ziel unmittelbar reagieren.

EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde sagte, die Notenbank habe nach dem abgeschlossenen Strategiecheck eine "noch solidere Grundlage", um in einem immer unsichereren Umfeld ihr Mandat zu PreisstabilitĂ€t zu erfĂŒllen. "Wir sind fĂŒr alle UmstĂ€nde gerĂŒstet." Die nĂ€chste ÜberprĂŒfung der Strategie stehe 2030 an.

EZB-Forum beginnt

Oberstes Ziel der EZB ist ein stabiler Euro. Das sieht die Notenbank erreicht, wenn die Preise nicht zu stark steigen: Hohe Inflationsraten mindern die Kaufkraft von Verbrauchern. Nach einer Serie von Zinssenkungen lag die Inflation im Euroraum im Mai bei 1,9 Prozent, Ökonomen erwarten beim nĂ€chsten Entscheid der EZB am 24. Juli eine Zinspause.

In Deutschland ließ die Inflation zuletzt nach. Die Verbraucherpreise lagen im Juni um 2,0 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen mitteilt.

Die aktuelle ÜberprĂŒfung ihrer Strategie teilte die EZB im Umfeld ihres Forums im portugiesischen Sintra mit. Dort treffen sich von diesem Montag an Notenbanker und Ökonomen. Prominenter Gast ist der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, der sich immer wieder Verbalattacken von PrĂ€sident Donald Trump und dessen Forderungen nach Zinssenkungen ausgesetzt sieht.

@ dpa.de