EZB-Bankenaufsicht, Banken

EZB-Bankenaufsicht mahnt Banken zu Wachsamkeit

12.02.2024 - 17:17:30

Die EZB-Bankenaufsicht mahnt GeldhÀuser im Euroraum angesichts eines unsicheren Umfelds zu Wachsamkeit.

Banken seien "heute besser kapitalisiert und widerstandsfĂ€higer als zu Beginn der Bankenunion vor zehn Jahren", bilanzierte die seit 1. Januar 2024 amtierende Chefin der Bankenaufsicht der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), Claudia Buch, laut vorab veröffentlichtem Redetext am Montag in BrĂŒssel. "Aber es gibt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit", sagte Buch.

"Der Strukturwandel in der Realwirtschaft, neu auftretende Risiken, die Digitalisierung und der verstĂ€rkte Wettbewerb können die GeschĂ€ftsmodelle der Banken in Frage stellen", fĂŒhrte Buch aus, die vor ihrer Berufung auf den EZB-Posten Vize-PrĂ€sidentin der Deutschen Bundesbank war. In letzter Zeit hĂ€tten die Institute von den gestiegenen Zinsen profitiert und höhere Gewinn gemacht. "Dies bietet den Banken die Möglichkeit, ihre WiderstandsfĂ€higkeit durch den Aufbau von Kapitalpuffern und stabilen IT-Infrastrukturen zu erhöhen."

Wieder mehr faule Kredite

Es gebe "bereits deutliche Anzeichen dafĂŒr, dass sich die QualitĂ€t der Vermögenswerte bedeutender Institute zu verschlechtern beginnt", sagte Buch. Bis Ende 2022 habe es bei der Quote von Krediten, die nicht mehr bedient werden ("Non-performing loans"/NPL) fast ununterbrochen einen rĂŒcklĂ€ufigen Trend gegeben. Seit 2023 seien diese ausfallgefĂ€hrdeten Kredite wieder leicht angestiegen, wenn auch weiterhin auf niedrigem Niveau. In jĂŒngster Zeit habe sich die Aufsicht bei Kreditrisiken auf "anfĂ€llige Sektoren" wie gewerbliche Immobilien konzentriert.

Die EZB-Bankenaufsicht war 2014 als Lehre aus der Banken- und Finanzkrise geschaffen worden. Nach jĂŒngsten Angaben ĂŒberwacht die EZB-Bankenaufsicht 113 Banken im Euroraum direkt, die fĂŒr 82 Prozent des Bankenmarktes im WĂ€hrungsraum stehen. Ziel ist, mit einheitlichen Regeln fĂŒr die grĂ¶ĂŸten GeldhĂ€user im Euroraum fĂŒr mehr StabilitĂ€t im Finanzsystem zu sorgen.

@ dpa.de