FDP kritisiert Union fĂŒr Abbruch der MigrationsgesprĂ€che
10.09.2024 - 20:27:29GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai sagte am Dienstagabend in Berlin: "Es ist vollkommen unverstĂ€ndlich, dass die Union die Verhandlungen verlassen hat. SchlieĂlich wurde ihr angeboten, dass ihre VorschlĂ€ge zur ZurĂŒckweisung von Asylbewerbern eins zu eins umgesetzt werden."
Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian DĂŒrr, sagte, man habe bei dem GesprĂ€ch angeboten, "das Modell der Union, das einfache ZurĂŒckweisungen vorsieht, an bestimmten Grenzpunkten einzufĂŒhren". Dennoch habe die Union die GesprĂ€che verlassen. "CDU und CSU sollten an den Verhandlungstisch zurĂŒckkehren und dies gemeinsam mit uns umsetzen", forderte DĂŒrr.
Djir-Sarai sagte: "Wir sind bereit, diesen Weg mit der Union gemeinsam zu gehen - trotz rechtlicher Bedenken. Das sollte dann aber auch in gemeinsamer Verantwortung erfolgen."
Der Erste Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, hatte nach den Beratungen in Berlin erklĂ€rt, die Regierungsparteien hĂ€tten "keinen Vorschlag unterbreitet, der tatsĂ€chlich zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze ĂŒber das bisher ĂŒbliche MaĂ hinaus fĂŒhrt". Unionsfraktionschef Friedrich Merz erklĂ€rte die GesprĂ€che daraufhin fĂŒr gescheitert.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schlug bei dem GesprĂ€ch, an dem auch LĂ€ndervertreter teilnahmen, ein Modell vor, um Asylbewerber, die anderswo schon registriert wurden, kĂŒnftig rascher in fĂŒr sie zustĂ€ndige europĂ€ische Staaten zu bringen. Diese PlĂ€ne will die Ampel-Regierung aus SPD, GrĂŒnen und FDP nach Angaben der Ministerin nun auch ohne die Union verfolgen. Vertreter von SPD und GrĂŒnen machten europarechtliche Bedenken gegen den Vorschlag der Union geltend, auch Menschen, die um Asyl ersuchen und nicht mit einer Einreisesperre belegt sind, direkt an der Grenze zurĂŒckzuweisen.

