Nahrungsmittel, FDP

FDP sorgt sich um WeinbauflÀchen wegen EU-Pflanzenschutzverordnung

12.08.2023 - 20:14:54

Die FDP warnt vor drastischen Auswirkungen auf den deutschen Weinbau durch die geplante EU-Pflanzenschutzverordnung (Sustainable Use Regulation).

Die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, sagte der "Bild-Zetiung": "Wenn wir Pflanzenschutzmittel in bestimmten Gebieten komplett verbieten, sagen wir praktisch zu ĂŒber 30 Prozent unserer Weinberge `TschĂŒss`." Daher fordert Konrad: "Diese Verordnung muss dringend ĂŒberdacht werden. Die FDP setzt sich fĂŒr fortschrittlichen und effizienten Umweltschutz ein, aber diese EU-Regelung zu Lasten der Winzer und Konsumenten wirkt wie ein Schritt zurĂŒck."

Ein Verbot von Pflanzenschutz in der Hoffnung, niemand brauche ihn mehr, sei "genauso idiotisch wie das Verbot von Medikamenten in der Hoffnung, alle wĂ€ren dadurch gesund", argumentierte die FDP-Politikerin weiter. Auch die Union befĂŒrchtet massive Konsequenzen fĂŒr den Weinbau in Deutschland. Mit Blick auf die EU-Pflanzenschutz-Verordnung sagte Fraktionsvize Steffen Bilger (CDU) "Bild": "Wenn das so kommt, dann ist das das Aus fĂŒr viele Betriebe." Auch fĂŒr die Kulturlandschaften bestehe große Gefahr, wenn zum Beispiel Steillagen-Weinbau nicht mehr möglich sei. Viele Winzer fragten sich zurecht, "warum der zustĂ€ndige Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir anders als seine Kollegen aus den sĂŒdeuropĂ€ischen WeinbaulĂ€ndern die EU-PlĂ€ne nach wie vor grundsĂ€tzlich begrĂŒĂŸt und nur von VerĂ€nderungen im Detail spricht. Der Bundeslandwirtschaftsminister muss sich endlich fĂŒr den deutschen Weinbau einsetzen", forderte Bilger weiter. Max von Elverfeldt, Bundesvorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, rechnet neben Auswirkungen auf den Weinbau auch mit Folgen fĂŒr den Acker-, Obst- und GemĂŒseanbau in Deutschland: "Die sichere und unabhĂ€ngige Versorgung der Bevölkerung steht auf dem Spiel." Es drohten "massive Ernteeinbußen und eine Verlagerung der Produktion ins Ausland", so von Elverfeldt. Eine Sprecherin von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) teilte auf "Bild"-Anfrage mit: "GrundsĂ€tzlich unterstĂŒtzt das BMEL die Ziele der SUR, aber die Regelung braucht dringend Anpassungen, die auf unsere spezifischen Voraussetzungen in Deutschland eingehen. Dazu gehört unter anderem die Frage des Referenzjahres fĂŒr die Reduktionsziele, damit diejenigen, die schon vorangegangen sind, nicht nachtrĂ€glich bestraft werden." Sonderkulturen wie Obst und Wein mĂŒssten weiterhin möglich sein, hieß es weiter. Mit der geplanten EU-Pflanzenschutzverordnung will die EuropĂ€ische Kommission bis 2030 die Menge der von Bauern und Winzern in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide um 50 Prozent reduzieren. In "ökologisch empfindlichen Gebieten" sind alle Pestizide verboten. Nach Angaben des Deutschen Weinbauverbandes befinden sich mehr als 30 Prozent der deutschen RebflĂ€chen in derartigen Gebieten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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