Deutsche Bahn und EVG vor nÀchsten GesprÀchen
02.06.2023 - 14:57:09Nach dem drohenden Warnstreik bei der Bahn stehen die Zeichen nun wieder auf Verhandlungen. Die Vertreter der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG wollen in den kommenden Tagen im kleinen Kreis zusammenkommen und mögliche Lösungswege im Tarifkonflikt ausloten. Den genauen Zeit- und Treffpunkt wollten beide Seiten nicht nennen. Warnstreiks wird es vor dem geplanten Treffen keine geben.
Die EVG hatte bereits vor einigen Tagen angekĂŒndigt, dass sie nicht zu Arbeitsniederlegungen am kommenden Wochenende aufrufen wird. Am Samstag jĂ€hrt sich das ICE-UnglĂŒcks von Eschede zum 25. Mal - und die Gewerkschaft will den Mitgliedern und Bahn-BeschĂ€ftigten nicht die Möglichkeit nehmen, zur Gedenkfeier zu reisen.
In den vergangenen Tagen schien es, als hĂ€tten sich die Tarifparteien bei ihren Verhandlungen komplett verhakt. FĂŒr Donnerstag oder Freitag wurde eigentlich ein Warnstreikaufruf der Gewerkschaft erwartet - stattdessen lud sie die Bahn-Vertreter aber zum GesprĂ€ch. «Wir sehen durchaus Möglichkeiten, eine Basis fĂŒr konstruktive Verhandlungen zu finden. DarĂŒber wollen wir in Ruhe reden», hieĂ es in einer EVG-Mitteilung.
Hoffen auf mögliche Kompromisse
Die Bahn nahm das Angebot fĂŒr ein GesprĂ€ch der Verhandlungsspitzen noch am Donnerstagabend an. «Wir erhoffen uns von diesem GesprĂ€ch, dass die EVG mögliche Kompromisse ihrerseits aufzeigt, die dann endlich zu einem Tarifabschluss fĂŒhren», sagte eine Sprecherin.
Die Gewerkschaft verhandelt mit der Bahn und 50 weiteren Unternehmen der Branche ĂŒber Löhne und GehĂ€lter fĂŒr insgesamt rund 230.000 BeschĂ€ftigte. Der Fokus liegt auf den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, bei der rund 180.000 dieser BeschĂ€ftigten arbeiten.
Die Gewerkschaft fordert einen Festbetrag von mindestens 650 Euro im Monat mehr oder zwölf Prozent bei den oberen Lohngruppen. Die Laufzeit soll nach ihren Vorstellungen ein Jahr betragen. Die Bahn hatte bei den Verhandlungen Ende Mai stufenweise zwölf Prozent bei den unteren Lohngruppen in Aussicht gestellt. Insgesamt zehn Prozent mehr sollen die mittleren Gruppen bekommen und acht Prozent die oberen. Die erste Erhöhungsstufe soll noch in diesem Jahr kommen. Hinzu kÀme eine ebenfalls stufenweise InflationsausgleichsprÀmie von insgesamt 2850 Euro, die steuer- und abgabenfrei ab Juli gezahlt werden könnte. Die Laufzeit soll zwei Jahre betragen.
Die EVG lehnte dieses Arbeitgeberangebot ab. Daraufhin erteilte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler weiteren Verhandlungen vorerst eine Absage. Die entscheidenden Knackpunkte sind aktuell die Laufzeit des Tarifvertrags und die Frage, ob die Löhne und GehÀlter prozentual oder mit einem Festbetrag erhöht werden.


